DAX steigt vor Gipfeltreffen Trump-Putin
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Donnerstag Zuversicht gezeigt. Der DAX legte um 0,79 Prozent zu und schloss bei 24.377 Punkten. Damit rückte der Leitindex in die Nähe seines Rekordhochs von 24.639 Zählern, das vor gut einem Monat erreicht worden war. Hintergrund der positiven Stimmung ist das für Freitag angesetzte Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Marktteilnehmer verbinden damit die Hoffnung auf Fortschritte in Richtung eines Waffenstillstands im Ukraine-Krieg.
Trump selbst dämpfte die Erwartungen und sprach von einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass das Treffen ohne Ergebnis bleibe. Er bezeichnete das Gespräch als Auftakt für ein zweites Treffen, das aus seiner Sicht entscheidend sein werde. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners betonte, dass die Börsen bereits ein sehr positives Szenario eingepreist hätten. Sichtbare wirtschaftliche Auswirkungen seien erst im Zuge eines möglichen Wiederaufbaus der Ukraine zu erwarten.
Während in Europa Zuversicht überwog, bremsten in den USA neue Daten die Märkte. Der Dow Jones Industrial verlor 0,21 Prozent auf 44.828 Punkte. Der Nasdaq 100 gab um 0,14 Prozent auf 23.816 Zähler nach, und der S&P 500 sank um 0,15 Prozent auf 6.457 Punkte. Auslöser waren höher als erwartet ausgefallene Erzeugerpreise. Diese stiegen im Juli um 0,9 Prozent, was Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung durch die Federal Reserve dämpfte. Zwar rechnen Anleger im September nahezu sicher mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte, Forderungen nach einem stärkeren Schritt von 0,5 Prozent wiesen Notenbankvertreter wie Mary Daly und Alberto Musalem jedoch zurück.
Auch am Devisenmarkt waren die Bewegungen spürbar. Der Euro fiel am Nachmittag auf 1,1660 US-Dollar, nachdem er am Morgen noch über 1,17 Dollar notiert hatte. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1690 Dollar fest. Stützend für den Dollar wirkten die eingetrübten Erwartungen an eine schnelle Lockerung der Geldpolitik in den USA.
Der Bitcoin erreichte ein neues Rekordhoch und stieg auf 124.002,49 Dollar. Marktanalysten führen dies auf Erwartungen einer lockereren US-Geldpolitik, Käufe institutioneller Investoren und eine industriefreundliche Regulierung zurück. Am Rohstoffmarkt verteuerten sich die Ölpreise, ebenfalls beflügelt durch das anstehende Treffen von Trump und Putin. Brent-Öl stieg um 0,5 Prozent auf 65,92 Dollar je Barrel, während WTI bei 62,93 Dollar lag.
In der Unternehmenswelt sorgten mehrere Meldungen für Bewegung. Hapag-Lloyd verzeichnete wegen der US-Zollpolitik einen Gewinneinbruch, konnte den Umsatz jedoch leicht steigern. Bei Siemens wurde ein Führungswechsel im Gesamtbetriebsrat bekannt, Rheinmetall meldete das vorzeitige Ausscheiden seiner Arbeitsdirektorin. RWE bestätigte trotz Einbußen seine Jahresprognose, während Thyssenkrupp die Umsatzprognose senkte. Lanxess schrieb erneut rote Zahlen. Umkämpft bleibt die Zukunft von ProSiebenSat.1, wo das Übernahmeangebot von Media for Europe auf dem Tisch liegt. Schließlich wurde bekannt, dass die Facebook-Mutter Meta ihrem KI-Chatbot zeitweise riskante Freiheiten im Umgang mit Kindern eingeräumt hatte.
