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DAX steigt über 24.000 Punkte mit Rückenwind

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 DAX steigt über 24.000 Punkte mit Rückenwind

Der deutsche Aktienmarkt hat sich gestern im späten Handel deutlich erholt und der DAX die Marke von 24.000 Punkten überschritten. Unterstützt wurde die Entwicklung von einer freundlichen Wall Street, wo schwache Konjunkturdaten erneut Hoffnungen auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed schürten. Der DAX schloss mit einem Plus von 0,67 Prozent bei 24.091 Zählern, nachdem er am Vortag noch bei 23.930 Punkten gelegen hatte. Der MDAX zeigte sich hingegen kaum verändert.

Anleger hielten sich trotz der bestehenden Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik mit Verkäufen zurück. Zwar hatte US-Präsident Donald Trump die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium verdoppelt und es gab Streitigkeiten mit China über ein kürzlich abgeschlossenes Handelsabkommen, doch die Aussicht auf neue Gespräche zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wirkte stimmungsaufhellend. Auch mit Indien und der EU sind Gespräche geplant.

Für positive Impulse sorgte zudem die gesunkene Inflation im Euroraum. Die Rate fiel im Mai auf 1,9 Prozent und damit unter das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Eine weitere Zinssenkung durch die EZB am Donnerstag gilt unter Experten nun als wahrscheinlich. Sinkende Zinsen gelten allgemein als unterstützend für den Aktienmarkt, da sie Aktien gegenüber Anleihen attraktiver machen.

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleiben die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland verhalten. Das Geschäftsklima in der deutschen Autoindustrie hat sich weiter verschlechtert. Laut ifo-Institut sank das entsprechende Barometer im Mai auf minus 31,8 Punkte. Die OECD erwartet für Deutschland im laufenden Jahr nur ein BIP-Wachstum von 0,4 Prozent, womit die Bundesrepublik zu den am schwächsten wachsenden Industrienationen gehört.

Auch an den US-Börsen legten die großen Indizes zu. Der Dow Jones, der marktbreite S&P 500 und die technologieorientierte Nasdaq verzeichneten Gewinne. Ausschlaggebend waren enttäuschende Wirtschaftsdaten, wie etwa ein starker Rückgang der Auftragseingänge in der Industrie, die Zinssenkungserwartungen befeuerten. Der Euro gab angesichts der gesunkenen Inflationsrate nach und notierte am späten Nachmittag bei 1,1376 Dollar.

Bei den Einzelwerten sorgten mehrere Unternehmensnachrichten für Bewegung. Rheinmetall wird den Luxuskonzern Kering im EuroStoxx 50 ersetzen. Die Telekom plant die Gründung eines eigenen Rückversicherers. Die Biotest-Aktien werden mit Ablauf des 6. Juni von der Börse genommen. Der taiwanesische Chiphersteller TSMC berichtete trotz US-Zöllen von einer anhaltend hohen Nachfrage im KI-Bereich.

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