DAX steigt über 24.000 Punkte auf Tageshoch
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Hoffnungen auf eine baldige Einigung im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und den USA haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag deutlichen Auftrieb gegeben. Der DAX überschritt die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten und schloss mit einem Tagesplus von 1,2 Prozent bei 24.073 Zählern – auf Tageshoch. Noch am Freitag hatte der deutsche Leitindex rund 0,6 Prozent verloren. Auch der MDAX legte deutlich zu und gewann 1,54 Prozent auf 30.746 Punkte.
Auslöser für den Aufschwung waren optimistische Signale aus Brüssel. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Sonntag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Aus EU-Kreisen verlautete, es seien erhebliche Fortschritte in den Gesprächen erzielt worden. Ziel sei eine Grundsatzvereinbarung noch in dieser Woche, bevor die von Trump gesetzte Frist am 9. Juli ausläuft. Andernfalls drohen ab dem 1. August neue US-Zölle von bis zu 50 Prozent auch für europäische Produkte.
Die Aussicht auf eine Deeskalation im Handelskonflikt wirkte sich auch auf einzelne Branchen und Unternehmen aus. Vor allem der Industriekonzern Heidelberg Materials konnte profitieren und führte den DAX mit einem Kursplus von rund drei Prozent an. Auch Rheinmetall und Siemens Energy legten zu. Am Indexende fanden sich dagegen Merck mit einem Minus von rund 1,7 Prozent sowie Vonovia und Sartorius Vorzüge.
Einen deutlichen Kurssprung verzeichnete der Industriedienstleister Bilfinger im MDAX. Die Aktien stiegen um 8,9 Prozent auf 91,45 Euro und nähern sich damit dem Rekordhoch aus dem Jahr 2014. Die Papiere profitierten von einer positiven Einschätzung der Investmentbank Kepler Cheuvreux, die ihr Kursziel auf 95 Euro anhob. Seit November 2024 hat sich der Kurs des Unternehmens verdoppelt.
Auch Konjunkturdaten aus Deutschland sorgten für Zuversicht: Die Industrieproduktion stieg im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent. Besonders stark zeigte sich das Wachstum in der Auto- und Pharmaindustrie. Trotz der positiven Wirtschaftsdaten konnte der Euro nicht profitieren und fiel leicht auf 1,1734 Dollar.
Dagegen präsentierte sich die Wall Street schwächer. Die US-Indizes gaben nach, wobei der Dow Jones rund 0,8 Prozent verlor. Die Technologiebörse Nasdaq und der S&P 500 gaben ebenfalls spürbar nach. Anleger in den USA zeigen sich verunsichert mit Blick auf das drohende Ende der Zollverhandlungen.
Einzelne Unternehmen litten unter der Unsicherheit. Daimler Truck verzeichnete im wichtigen US-Markt einen Absatzrückgang von 20 Prozent im zweiten Quartal. Auch Mercedes-Benz meldete weltweit rückläufige Verkaufszahlen, insbesondere bei teuren und elektrischen Modellen.
In der Medizintechnikbranche belastet der zunehmende Handelskonflikt mit China. Neue Importbeschränkungen treffen vor allem europäische Hersteller. Siemens Healthineers sieht sich selbst jedoch kaum betroffen, da der Konzern seine Geräte für den chinesischen Markt direkt vor Ort produziert.
