DAX steigt leicht, US-Börsen erreichen Rekorde
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Neue Rekorde an der Wall Street haben auch den deutschen Aktienmarkt beflügelt, doch der DAX konnte mit der Dynamik der US-Börsen nicht mithalten. Der Leitindex schloss 0,36 Prozent höher bei 23.611 Punkten, verfehlte jedoch erneut den Sprung über die 21-Tage-Linie. Marktbeobachter führen die vergleichsweise schwache Entwicklung vor allem auf die geringe Zahl an Technologieaktien im DAX zurück, die derzeit international besonders gefragt sind. Zusätzlich belasten ein starker Euro, Zweifel an der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und die Haushaltslage in Frankreich die Stimmung ausländischer Investoren.
Analysten sehen den Index in einer schwierigen Phase. Während die Nervosität zunehmen und zu weiteren Gewinnmitnahmen führen könnte, wird zugleich betont, dass der DAX trotz saisonaler Schwäche nicht stärker nachgibt. Dieses Verhalten wird von Marktkennern als Zeichen innerer Stabilität gedeutet. Dennoch bleibt der Ausblick von Unsicherheit geprägt, da das Fenster für eine mögliche Herbstkorrektur langsam schließt.
Parallel dazu hat die OECD ihre Konjunkturprognose für Deutschland leicht gesenkt. Für 2025 erwarten die Experten nur noch ein Wachstum von 0,3 Prozent. Erst im kommenden Jahr soll die Wirtschaft mit einem Plus von 1,1 Prozent wieder etwas stärker Fahrt aufnehmen. Deutschland liegt damit im internationalen Vergleich weiter zurück. Auch führende deutsche Forschungsinstitute rechnen lediglich mit einem minimalen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent in diesem Jahr. Ab 2026 erwarten sie allerdings eine anziehende Dynamik mit Raten von 1,3 und 1,4 Prozent.
In den USA haben die Leitindizes erneut Bestmarken erreicht. Der Dow Jones legte um 0,47 Prozent auf 46.597 Punkte zu, während der S&P 500 nahezu unverändert bei 6.692 Punkten notierte. An der Nasdaq kam es dagegen zu leichten Rücksetzern, nachdem der Nasdaq 100 um 0,19 Prozent auf 24.715 Punkte nachgab. Anleger warteten gespannt auf eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell, von der sie Hinweise zum künftigen Zinskurs erwarteten.
Während die Aktienmärkte neue Höhen erklommen, lieferte der Einkaufsmanagerindex ein gedämpftes Bild der US-Konjunktur. Das Stimmungsbarometer sank im September zum zweiten Mal in Folge, blieb aber mit 53,6 Punkten klar im Wachstumsbereich. Rohstoffmärkte zeigten deutliche Ausschläge: Der Goldpreis erreichte mit 3.791,10 Dollar je Feinunze ein Rekordhoch, während Silber mit 44,11 Dollar den höchsten Stand seit 14 Jahren markierte. Der Ölpreis hingegen fiel leicht, belastet durch steigende Fördermengen der OPEC+.
Auch Unternehmensmeldungen prägten das Marktgeschehen. Porsche hält an seiner Strategie fest, Verbrenner länger im Programm zu lassen, und Siemens gründete eine Allianz für industrielle Künstliche Intelligenz mit Partnern aus dem Maschinenbau. ASM International kappte seine Umsatzprognose für das zweite Halbjahr, während DHL wieder Geschäftskunden-Sendungen in die USA ermöglicht. TUI spürte im Sommergeschäft die Folgen des Nahostkonflikts, und in Großbritannien wurde Jaguar Land Rover nach einem Cyberangriff erneut zur Produktionspause gezwungen. Revolut kündigte milliardenschwere Investitionen und den Ausbau seiner weltweiten Präsenz an.
