DAX steigt kräftig: Biden zieht sich zurück
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Der DAX hat zum Wochenstart eine verlustreiche Vorwoche hinter sich gelassen und legte kräftig zu. Am gestrigen Nachmittag stieg der deutsche Leitindex um rund 1,3 Prozent, kämpfte jedoch mit der Marke von 18.500 Punkten. Marktanalysten weisen darauf hin, dass der DAX seine 50-Tage-Linie (aktuell bei knapp 18.500 Punkten) zurückerobern muss, um eine positive Perspektive zu bewahren. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte gewann knapp ein Prozent hinzu. Die Einzeltitel im DAX zeigten ein gemischtes Bild: Die Bayer-Aktie stabilisierte sich und stand an der DAX-Spitze, während die Sartorius-Vorzüge ihren Ausverkauf fortsetzten.
Im Mittelpunkt des gestrigen Tagesgeschehens stand der Rückzug von US-Präsident Joe Biden aus dem Wahlkampf, was die politische Landschaft in den USA stark beeinflusste. Nach dem Attentat auf Ex-Präsident Donald Trump und Bidens schwachem Auftritt im ersten Fernsehduell war eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus als wahrscheinlich angesehen worden. Nun scheint sich das Blatt zu wenden. Kamala Harris, die designierte Kandidatin der Demokraten, hat das Momentum auf ihrer Seite. Mit 59 Jahren könnte sie den hohen Altersunterschied zu Donald Trump, der 78 Jahre alt ist, nutzen, um dessen geistige Fitness in Frage zu stellen. Harris muss jedoch noch auf dem Parteitag der Demokraten im August bestätigt werden, gilt aber als Favoritin.
Die Erholungsrally des DAX steht im Zeichen des Biden-Rückzugs, und auch die Wall Street legte zu. Vorbörslich höhere Niveaus wurden bestätigt, mit einem Plus von rund 1,5 Prozent an der Nasdaq. Der Leitindex Dow Jones legte moderat zu, während der S&P-500-Index knapp ein Prozent gewann. Anleger warten nun auf die Veröffentlichung von Unternehmenszahlen. Spannend wird es morgen Abend, wenn Tesla und die Google-Mutter Alphabet ihre Quartalszahlen präsentieren. Besonders die Tesla-Aktie hat in diesem Jahr stark nachgegeben, während Alphabet zuletzt unter dem Abwärtstrend der Tech-Aktien litt.
Im Devisenhandel bewegte sich der Euro am Nachmittag kaum und notierte bei 1,0885 Dollar. In der Vorwoche hatte die Gemeinschaftswährung zeitweise 1,0948 Dollar erreicht, den höchsten Stand seit März. Der Euro hat sich jedoch wieder abgeschwächt, was Analysten mit dem Renditevorteil für US-Staatsanleihen erklären. Gold korrigierte weiter vom Rekordhoch der Vorwoche bei 2.484 Dollar und notierte knapp 0,6 Prozent im Minus bei 2.397 Dollar.
Am deutschen Aktienmarkt stand die Varta-Aktie im Fokus. Das geplante Sanierungsverfahren beim Batteriehersteller führte zu einem Ausverkauf der Aktien, die in der Spitze um fast 80 Prozent auf ein Rekordtief von 2,10 Euro einbrachen. Zwar erholte sich das Papier am Nachmittag etwas, doch mit knapp 70 Prozent Wertverlust bleibt es ein schwarzer Tag für das Unternehmen aus Ellwangen.
Die Papiere von Süss Microtec wurden durch eine Empfehlung von Oddo BHF gestützt und näherten sich mit einem Plus von gut zehn Prozent ihrem Rekordhoch. Die Experten lobten die soliden Eckdaten des Halbleiterzulieferers. Die Takkt-Aktie hingegen verzeichnete nach einer Prognosesenkung ein Minus von rund zwölf Prozent und war damit der größte Verlierer im SDAX. Der Stuttgarter Büromöbelhändler hatte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr deutlich gesenkt.
Ryanair meldete für das erste Quartal ihres Geschäftsjahres erhebliche Gewinneinbußen. Aufgrund schwächerer Ticketpreise brach der Gewinn nach Steuern um 46 Prozent auf 360 Millionen Euro ein. Die Verizon-Aktie verzeichnete ebenfalls Verluste, nachdem der US-Telekomkonzern im zweiten Quartal aufgrund gestiegener Zinsaufwendungen weniger verdient hatte. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs von 0,6 Prozent auf 32,8 Milliarden US-Dollar blieben die Gewinne unter den Erwartungen der Analysten.
