DAX steigt erneut – Optimismus für Zinssenkung wächst
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Die Erwartung, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in naher Zukunft senken wird, hat sich weiter verfestigt und dem DAX zu einem erneuten Anstieg verholfen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,41 Prozent bei 17.885 Punkten, was den siebten Gewinntag in Folge markierte. Die Inflationsdaten aus den USA, die mit einem Anstieg von 2,9 Prozent im Juli geringer ausfielen als erwartet, trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Dies war der niedrigste Anstieg im Jahresvergleich seit März 2021. Die Kerninflationsrate, die Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, lag wie prognostiziert bei 3,2 Prozent. Diese Daten bestärkten die Marktteilnehmer in ihrer Zuversicht, dass die US-Notenbank Fed im September eine Leitzinssenkung vornehmen könnte.
Auch an der Wall Street zeigte sich eine positive Entwicklung. Der Dow Jones Industrial Average verzeichnete einen Anstieg von etwa 0,6 Prozent und erreichte wieder die Marke von über 40.000 Punkten. Auch die Technologietitel an der Nasdaq notierten nach einem kurzen Rückgang wieder im positiven Bereich.
In der Eurozone blieb die Wirtschaft im Frühjahr auf Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im zweiten Quartal um 0,3 Prozent zu, womit eine Schnellschätzung bestätigt wurde. Allerdings wirkte Deutschland mit einem Rückgang von 0,1 Prozent beim BIP als Bremsfaktor. Frankreich und Italien verzeichneten hingegen ein moderates Wachstum, während Spanien mit einem Plus von 0,8 Prozent stärker zulegte. Negative Nachrichten kamen aus der Industrie im Euroraum, die ihre Produktion im Juni um 0,1 Prozent verringerte, während Experten einen Anstieg erwartet hatten.
Der Euro erreichte nach den US-Inflationsdaten ein Jahreshoch und notierte zeitweise bei 1,1046 Dollar. Diese Entwicklung ist auf die verfestigte Aussicht auf sinkende US-Zinsen zurückzuführen, die den Dollar schwächt. Im Rohstoffsektor fiel der Goldpreis nach einem kurzen Anstieg auf 2.478 Dollar je Feinunze wieder zurück, während die Ölpreise aufgrund gestiegener US-Ölreserven leicht nachgaben.
In Deutschland verzeichneten die DAX-Konzerne im zweiten Quartal einen durchschnittlichen Gewinnanstieg von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings waren nicht alle Unternehmen gleichermaßen erfolgreich, insbesondere die Automobilhersteller schwächelten. Gewinnstärkstes Unternehmen war die Deutsche Telekom, gefolgt von Volkswagen und Mercedes. Unterdessen bereiten die Gewerkschaften im Lufthansa-Konzern einen weiteren Streik beim Ferienflieger Discover Airlines vor, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
Der kriselnde Industriekonzern Thyssenkrupp schrieb im dritten Quartal erneut rote Zahlen, während der Energiekonzern RWE dank des Ausbaus der Erneuerbaren Energien besser abschnitt als erwartet. Der Energieversorger E.ON hingegen verzeichnete einen erwarteten Ergebnisrückgang. Hapag-Lloyd zeigte sich trotz eines Gewinnrückgangs aufgrund der Corona-Sonderkonjunktur mit dem Ergebnis der ersten Jahreshälfte zufrieden. Auch der Reisekonzern TUI konnte dank hoher Nachfrage sein operatives Ergebnis kräftig steigern.
