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DAX startet verhalten – US-Berichtssaison und IWF im Fokus

Nach dem Vortagesplus wartet der DAX auf neue Impulse aus der US-Berichtssaison, IWF-Prognosen und dem Ölmarkt.

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DAX startet verhalten – US-Berichtssaison und IWF im Fokus

Der DAX zeigt sich zum Wochenstart wenig verändert. Vorbörslich wird der deutsche Leitindex leicht unter dem Vortagesniveau erwartet, nachdem er am Montag noch um 0,8 Prozent auf 25.277 Punkte zulegen konnte. Anleger warten nun auf eine Reihe wichtiger Impulse – allen voran den Startschuss der US-Berichtssaison und neue Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds.

An den US-Börsen zeigte sich am Montag ein gemischtes Bild. Der Dow Jones legte 0,4 Prozent auf 51.851 Punkte zu, während der Nasdaq um 0,4 Prozent auf 27.246 Punkte nachgab. Der S&P 500 schloss kaum verändert bei 7.807 Punkten. Bemerkenswert: Der US-Anleihenmarkt blieb wegen des Feiertags Columbus Day geschlossen – die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen hatten zuvor ein 24-Jahres-Hoch erreicht, was die Märkte weiter unter Druck setzt.

US-Berichtssaison: KI und Bankgewinne im Mittelpunkt

Die Quartalssaison in den USA nimmt Fahrt auf. Mit JPMorgan Chase, Citigroup, Wells Fargo und Goldman Sachs öffnen gleich mehrere Schwergewichte des Finanzsektors ihre Bücher. Auch Johnson & Johnson und UnitedHealth legen ihre Zahlen vor. Für Privatanleger ist das eine wichtige Orientierungshilfe: Wie haben sich die großen US-Konzerne in einem Umfeld hoher Zinsen und gestiegener Energiepreise geschlagen?

Clark Bellin von Bellwether Wealth bringt es auf den Punkt: „Die großen Themen, die es in der Berichtssaison zu beobachten gilt, sind, wie Unternehmen KI einsetzen und davon profitieren." Künstliche Intelligenz ist damit nicht nur ein Technologiethema, sondern ein zentraler Maßstab für die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen – und damit auch für die Bewertung von Aktien.

IWF hebt Wachstumsprognose für Deutschland an

Positive Nachrichten kommen vom Internationalen Währungsfonds, der sein Jahrestreffen derzeit in Bangkok abhält. Der IWF hebt seine BIP-Prognose für Deutschland auf 1,3 Prozent an – ein Plus von 0,6 Prozentpunkten gegenüber der Juli-Schätzung. Diese Prognose deckt sich nun mit der Erwartung der Bundesregierung. Auch das globale Wachstum sieht der IWF etwas optimistischer: Die Prognose steigt um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent.

Dennoch mahnt IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro zur Vorsicht: „Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, doch diese Widerstandsfähigkeit steht unter Druck, und die Risiken für das Wachstum sind eher nach unten gerichtet." Für Anleger bedeutet das: Die verbesserten Zahlen sind kein Freifahrtschein – geopolitische Risiken und hohe Energiepreise bleiben relevante Faktoren.

Ölpreise auf Zwei-Wochen-Hoch – Inflationssorgen wachsen

Der Ölmarkt sorgt für zusätzliche Spannung. Brent-Rohöl kletterte auf ein Zwei-Wochen-Hoch von rund 106 US-Dollar je Fass, ein Anstieg von 1,3 bis 1,5 Prozent. WTI notiert bei etwa 93 US-Dollar je Fass, ebenfalls mit einem Plus in ähnlicher Größenordnung. Hintergrund ist unter anderem ein Angriff der Huthi-Rebellen auf den Flughafen Riad, der die geopolitischen Spannungen in der Region erneut verschärft.

Goldman Sachs hat seine Brent-Prognose für Dezember bereits von 85 auf 90 US-Dollar je Fass angehoben. Steigende Ölpreise schüren die Inflationssorgen und setzen die Notenbanken unter Druck – ein Umfeld, das zuletzt die Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs getrieben hat. Gleichzeitig profitierte der Energiesektor und gehörte zu den stärksten Branchen im S&P 500.

Nikkei unter Druck – Halbleiter belasten Asien

In Asien geriet der japanische Nikkei unter erheblichen Druck und verlor über 2 Prozent. Auslöser war die Schwäche bei US-Halbleiteraktien. Maki Sawada, Strategin bei Nomura Securities, kommentierte: „Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der japanische Aktienmarkt heute von dem Abwärtstrend bei den US-Halbleiteraktien beeinflusst wird." Das zeigt, wie eng die globalen Märkte miteinander verknüpft sind – Bewegungen in einem Sektor können schnell auf andere Regionen ausstrahlen.

Für den DAX bleibt das Umfeld damit zweigeteilt: Positive Impulse durch verbesserte Wachstumsprognosen stehen erhöhten Risiken durch Ölpreise, Anleiherenditen und geopolitische Unsicherheiten gegenüber. Anleger sollten die Ergebnisse der US-Banken genau verfolgen – sie liefern oft einen frühen Hinweis auf die Verfassung der Gesamtwirtschaft.

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