DAX startet schwach in den Junihandel
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX ist mit leichten Verlusten in den Juni gestartet. Der deutsche Leitindex schloss gestern 0,28 Prozent tiefer bei 23.930 Punkten. Zwischenzeitlich war der Index auf ein Tagestief von 23.740 Punkten gefallen, konnte sich jedoch am Nachmittag wieder etwas erholen. Die Höchstmarke des Tages lag bei 23.993 Zählern. Damit blieb der DAX weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 24.000 Punkten und auf Abstand zu seinem Rekordhoch aus der Vorwoche bei fast 24.326 Punkten. Trotz des verhaltenen Wochenauftakts verzeichnete der Index seit Jahresbeginn ein Plus von rund 20 Prozent.
Auslöser für die Zurückhaltung der Anleger waren neuerliche Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, der während laufender Gespräche mit der EU eine Verdopplung der US-Zölle auf Stahlexporte auf 50 Prozent angekündigt hatte. Die Unsicherheit wurde durch fortgesetzte Spannungen zwischen den USA und China zusätzlich verschärft. Zugleich stützen jedoch Zinssenkungshoffnungen und angekündigte Investitionen der Bundesregierung den heimischen Markt.
Der MDAX zeigte sich im Vergleich zum DAX robuster und stieg um 0,53 Prozent. Die mittelgroßen Unternehmen sind weniger stark von globalen Konflikten betroffen. Besonders die Aussicht auf konjunkturfördernde Maßnahmen im Inland wirkt sich hier positiv aus. Im Fokus standen unter anderem Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk. Während sie am Vormittag neue Höchststände erreichten, fiel insbesondere Rheinmetall nach einem Medienbericht über mögliche Übergewinnsteuern am Nachmittag zurück.
Auch international war die Lage gemischt. An der Wall Street tendierten die Indizes uneinheitlich. Der Dow Jones verlor leicht, während sich der S&P 500 stabilisierte und die Nasdaq ins Plus drehte. Hintergrund waren schwächere US-Konjunkturdaten, die Spekulationen auf Zinssenkungen anheizten. Der Einkaufsmanagerindex ISM für die US-Industrie sank überraschend zum vierten Mal in Folge.
Die BioNTech-Aktie legte deutlich zu. Grund war eine Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb zur gemeinsamen Entwicklung eines Wirkstoffkandidaten gegen Krebs. Die Vereinbarung umfasst milliardenschwere Zahlungen. BioNTech stieg zeitweise um über 18 Prozent. Unterdessen hob DHL Preise für Auslandspakete an, Delivery Hero muss wegen illegaler Preisabsprachen mit Glovo 329 Millionen Euro Strafe zahlen, und der Verpackungshersteller Gerresheimer warnte vor schwächeren Aussichten, was die Aktie deutlich unter Druck setzte.
