DAX stagniert, US-Börsen steuern auf Rekorde
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Deutsche Aktien treten weiter auf der Stelle, während die US-Börsen Kurs auf neue Rekorde nehmen. Der DAX schloss gestern den Handelstag nahezu unverändert bei 23.745,06 Punkten und blieb damit zwar über der 21-Tage-Linie, fand aber keinen klaren Impuls für eine Fortsetzung der Erholung. Analysten verweisen auf fehlende wirtschaftliche Perspektiven und Zweifel an der Umsetzbarkeit der Ausgabenziele im Bundeshaushalt 2025, die Investoren zurückhaltend stimmen. Marktexperten sehen den Index in einer Phase zäher Konsolidierung, die erst mit neuen positiven Handelsimpulsen durchbrochen werden könnte.
Während der Gesamtmarkt stagniert, sorgt die Rüstungsindustrie für Bewegung. Rheinmetall übersprang nach einem Großauftrag erstmals die Marke von 2.000 Euro je Aktie. Der Konzern wird Munition an einen osteuropäischen Kunden liefern, wobei der Auftrag über ein US-Unternehmen läuft und ein Volumen von 444 Millionen Euro umfasst. Auch die Aktien von Hensoldt und Renk erreichten neue Höchststände, mit Kursgewinnen von knapp sechs beziehungsweise sieben Prozent. Dagegen gehörten Commerzbank und Deutsche Bank zu den größten Verlierern des Tages.
In den USA setzen die großen Indizes ihren Aufwärtstrend fort. Der S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 6.671 Punkte, der Nasdaq 100 stieg um 0,8 Prozent und nähert sich seiner Bestmarke bei rund 24.782 Punkten. Der Dow Jones legte hingegen eine Pause ein und verlor leicht. Die Märkte profitieren von der Erwartung weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank, die die Finanzierungskosten der Unternehmen senken könnten.
Das Risiko eines drohenden Government Shutdowns ab Mittwoch wird bislang weitgehend ignoriert. Historisch haben Börsen auf solche Stillstände oft kaum reagiert oder sogar Zugewinne verzeichnet. Analysten warnen jedoch, dass ein längerer Shutdown diesmal die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten verzögern und die Notenbank zu Entscheidungen ohne aktuelle Daten zwingen könnte. Anleger setzen mehrheitlich auf eine kurzfristige politische Einigung, auch wenn die Polarisierung im Kongress eine Einigung erschwert.
Der Dollar steht unter Druck, da ein Regierungsstillstand als Belastung für die US-Wirtschaft gilt. Der Euro legte auf 1,1733 Dollar zu. Gold profitierte ebenfalls und erreichte mit 3.831,93 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Der sinkende Ölpreis drückte hingegen die Stimmung an den Rohstoffmärkten. Brent-Rohöl verbilligte sich auf 66,78 Dollar je Barrel, nachdem Lieferungen aus dem Nordirak wieder angelaufen waren und OPEC+ eine Förderausweitung prüft.
Lufthansa-Aktien legten zum fünften Mal in Folge zu. Der Konzern kündigte an, bis 2030 rund 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen und die operative Gewinnmarge zu erhöhen. Klöckner & Co. stärkte mit dem Verkauf von US-Standorten seine strategische Neuausrichtung. Übernahmespekulationen um Electronic Arts trieben europäische Spieleentwickler-Aktien, und Ottobock legte Details zu seinem bevorstehenden Börsengang fest.
