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DAX stagniert trotz geschlossener US-Börsen

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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DAX stagniert trotz geschlossener US-Börsen

Am gestrigen Handelstag blieb der deutsche Aktienmarkt aufgrund der geschlossenen US-Börsen weitgehend ruhig. Der DAX konnte nicht an seine positive Entwicklung im ersten Halbjahr anknüpfen und verzeichnete erneut leichte Verluste. Mit einem Minus von 0,26 Prozent schloss der Leitindex bei 16.039 Punkten. Der Versuch, das Rekordhoch von Mitte Juni bei 16.427 Punkten zu erreichen, scheiterte vorerst. Dennoch konnte sich der DAX über der psychologischen Marke von 16.000 Punkten halten. Marktbeobachter Andreas Lipkow merkte an, dass der Index trotz fehlender Impulse standhaft blieb.

Auch der EuroStoxx 50 und der MDAX, der die mittelgroßen Unternehmen repräsentiert, zeigten kaum Bewegung und schlossen leicht im Minus bzw. im Plus. Die ruhige Handelssitzung wurde hauptsächlich durch das geschlossene US-Marktsegment beeinflusst, da US-Akteure auch auf dem deutschen Markt eine bedeutende Rolle spielen.

Morgen könnte sich die Situation jedoch ändern, da die US-Notenbank Federal Reserve die Protokolle ihrer Juni-Sitzung veröffentlichen will. Diese könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed liefern. Die Währungshüter versuchen, mit Zinserhöhungen die Inflation einzudämmen, ohne dabei das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Eine übermäßige Anzahl von Zinserhöhungen könnte jedoch die Sorge vor einer tieferen Rezession als erwartet verstärken, so der Aktienstratege Manishi Raychaudhuri von der Bank BNP Paribas.

Die Stimmung der Anleger wurde heute zudem durch die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China gedämpft. Nachdem die USA den Export von Hochleistungschips nach China eingeschränkt haben, erschwert China nun die Ausfuhr wichtiger Rohstoffe, die für die Chip-Herstellung benötigt werden. Analysten deuten dies als Vergeltungsmaßnahme der Volksrepublik.

Auch die Konjunkturdaten belasten den Handel. Nach enttäuschenden US-Einkaufsmanagerindizes am Montag sanken nun auch die deutschen Exporte im Mai überraschend um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ökonomen hatten ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet. Marktexperte Salah-Eddine Bouhmidi kommentierte, dass die schwachen Export- und Importdaten die Schwäche der Weltwirtschaft und insbesondere Deutschlands als Exportnation verdeutlichen. Die Frage sei nun, ob es noch schlimmer werde oder eine Trendumkehr möglich sei.

Des Weiteren wurden negative Nachrichten vom deutschen Einzelhandel vermeldet, der unter der hohen Inflation leidet. Der Handelsverband Deutschland (HDE) revidierte seine Prognose und erwartet nun, dass die Umsätze in diesem Jahr real um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen werden, anstatt der zuvor angenommenen drei Prozent.

Die Ölpreise hingegen stiegen weiter an, nachdem Saudi-Arabien angekündigt hatte, die freiwillige Kürzung der Ölförderung um eine Million Barrel pro Tag im August fortzusetzen. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und die leichte US-Sorte WTI verteuerten sich um knapp zwei Prozent auf 76,00 bzw. 71,10 US-Dollar pro Barrel.

In anderen Nachrichten kündigte der Autozulieferer Bosch an, betriebsbedingte Kündigungen in der Kernsparte Mobility auszuschließen. Eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat wurde getroffen, die auch eine verstärkte Einbindung der Arbeitnehmervertreter bei Entscheidungen vorsieht. Der Rüstungshersteller Rheinmetall plant den Aufbau einer Fabrik zur Produktion von F-35-Kampfjetteilen in Nordrhein-Westfalen. Volkswagen will sein Wachstum in Südamerika durch Investitionen und neue Modelle vorantreiben. Und Merck-Chefin Belen Garijo äußerte in einem Interview ihr Interesse an möglichen Übernahmen im Laborgeschäft.

DAXBörse

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