DAX stagniert: Hoffnung auf Fed-Zinspause
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Der deutsche Aktienmarkt bewegt sich seit Wochen in einer engen Handelsspanne seitwärts und wird voraussichtlich auch heute mit minimalen Aufwärtstendenzen weiterhin stagnieren. Die Investoren an der Wall Street sind aufgrund der nachlassenden Inflation in den USA optimistisch und erhoffen sich eine Zinspause der US-Notenbank Fed. Diese Erwartungen stützen auch die globalen Aktienmärkte, obwohl Spekulationen auf Zinssenkungen im Spätsommer/Herbst als überzogen angesehen werden.
Der DAX, der gestern knapp unter der Marke von 15.900 Punkten geschlossen hatte, wird heute voraussichtlich auf einem sachten Erholungskurs liegen. Der Broker IG taxiert die deutschen Standardwerte zur Stunde 0,1 Prozent höher bei 15.916 Punkten. Der DAX befindet sich seit Wochen in einer Handelsspanne zwischen 15.600/15.700 und 16.000 Punkten, aus der er bisher nicht ausbrechen konnte.
Die Börsen in Asien hingegen blieben unbeeindruckt von den Anzeichen eines nachlassenden Inflationsdrucks in den USA. Die Verbraucherpreise in China stiegen im April nur um 0,1 Prozent und blieben damit hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig verschärfte sich die Deflation an den Werkstoren, was darauf hinweist, dass weitere Anreize erforderlich sein könnten, um die wirtschaftliche Erholung der Volksrepublik anzukurbeln.
In Bezug auf die Einzelwerte im DAX haben bereits einige Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Die Deutsche Telekom verzeichnete dank eines Kundenzuwachses einen Anstieg von Umsatz und Gewinn zu Jahresbeginn und hob das Gesamtjahresziel für das bereinigte operative Ergebnis leicht an. Merck hingegen wurde vom Rückgang der Corona-Erlöse sowie von einem schwächeren Geschäft mit Flüssigkristallen und Halbleiterchemikalien zum Jahresstart gebremst. Der Umsatz des Darmstädter Pharma- und Technologieunternehmens stieg im ersten Quartal nur noch moderat um 1,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, während der Gewinn nach Steuern auf 800 Millionen Euro sank.
Unterdessen plant der Energiekonzern RWE, seine Investitionen in das Ökostromgeschäft weiter auszubauen. Im ersten Quartal hat RWE mit acht Milliarden Euro sein grünes Portfolio um 4,9 Gigawatt erhöht, im Vorjahresquartal waren es lediglich 0,6 Milliarden Euro. Die Allianz wiederum traut sich wieder größere Aktienrückkäufe zu und kündigte ein Rückkaufprogramm über bis zu 1,5 Milliarden Euro an. Der Unterhaltungsriese Walt Disney konnte die Erlöse im jüngsten Quartal um 13 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar steigern, während die Nutzerzahlen des Streaming-Dienstes Disney+ um zwei Prozent auf knapp 158 Millionen Kundenkonten zurückgingen.
— sdf (sdfsaaf) July 5, 2022
