DAX stabilisiert sich nach Handelsstreit-Entspannung
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Nach dem Rückzug von US-Präsident Donald Trump im Zollstreit mit China hat sich der DAX zu Wochenbeginn spürbar stabilisiert. Der Leitindex legte am Montag um 0,6 Prozent zu und schloss bei 24.387 Punkten, nachdem er am Freitag noch 1,5 Prozent eingebüßt hatte. Die Erholung erfolgte zwischenzeitlich in einer Spanne von 24.260 bis 24.448 Punkten. Ausschlaggebend für die Entspannung war Trumps versöhnlicher Ton nach zuvor massiven Drohungen, chinesische Waren ab November mit Strafzöllen von 100 Prozent zu belegen. Nun erklärte er, die USA wollten China nicht schaden.
Analysten bewerten die jüngsten Entwicklungen als erneutes Beispiel für das bekannte Muster aus aggressiver Rhetorik und nachträglicher Mäßigung. Stephen Innes von SPI Asset Management sprach von einem „Verhandlungstheater“ und verglich den Konflikt mit einem Schachspiel, bei dem die Züge eher für die Öffentlichkeit als für den tatsächlichen Fortschritt gemacht würden. Das ständige Hin und Her sorgt an den Märkten für Unsicherheit, auch wenn kurzfristige Erholungen wie am Montag keine Seltenheit sind. In Analystenkreisen hat sich dafür längst der Begriff „TACO-Trade“ etabliert – „Trump Always Chickens Out“.
Während der DAX nur moderat zulegte, zeigte sich die Wall Street deutlich stärker. Der Dow Jones stieg zur Mittagszeit in New York um 1,3 Prozent auf rund 46.000 Punkte, der S&P 500 gewann 1,6 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq sogar 2,0 Prozent. Unterstützung kam vor allem von den großen US-Techwerten. Die sogenannten „Magnificent 7“ – Apple, Meta, Tesla, Amazon, Nvidia, Alphabet und Microsoft – verzeichneten Kursgewinne von bis zu drei Prozent, nachdem sie am Freitag noch stark unter Druck geraten waren.
Für zusätzliche Bewegung sorgte der Chipkonzern Broadcom, dessen Aktien um über zehn Prozent anzogen. Grund ist eine Kooperation mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI, der mit Broadcom seinen ersten eigenen KI-Prozessor entwickeln will, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Broadcoms Papiere haben sich seit Ende 2022 nahezu versechsfacht.
Am Devisenmarkt verlor der Euro 0,4 Prozent auf 1,1574 Dollar, nachdem er zuvor kurzzeitig über 1,16 Dollar notiert hatte. Der Goldpreis setzte seine Rekordjagd fort und stieg auf 4.100 Dollar je Feinunze – ein Plus von mehr als 55 Prozent seit Jahresbeginn. Im DAX überwogen grüne Vorzeichen, größere Gewinne verbuchten BMW und Fresenius Medical Care, während Commerzbank, Bayer und Deutsche Telekom leicht nachgaben.
Unternehmensseitig sorgten PSI Software und Hochtief für Schlagzeilen. PSI soll an den Investor Warburg Pincus verkauft werden, der bereits rund 28,5 Prozent der Anteile hält. E.ON bleibt mit knapp 18 Prozent beteiligt. Hochtief erhielt einen Auftrag über 595 Millionen Pfund für Arbeiten am britischen Atomkraftwerk Sellafield.
