DAX stabilisiert sich nach Banken-Pleiten
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Nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) sind die Anleger weiterhin besorgt über mögliche weitere Bankenpleiten. Am deutschen Aktienmarkt hat der DAX gestern 3,0 Prozent im Minus geschlossen. Doch heute zeigt sich zumindest kurzfristig eine Chance zur Stabilisierung. Der Broker IG taxiert den DAX zur Stunde in der Nähe seines Vortagesschlusskurses von 14.959 Punkten. Unterstützung kommt von den anziehenden US-Futures auf Dow, S&P 500 und Nasdaq 100, die zur Stunde alle etwa 0,1 Prozent im Plus notieren.
Die Anleger sind jedoch nach dem Zusammenbruch von drei US-Banken innerhalb von fünf Tagen auf beiden Seiten des Atlantiks besorgt über mögliche weitere Bankenpleiten. Die US-Großbanken JPMorgan, Wells Fargo, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Bank of America büßten zwischen 1,8 und 7,4 Prozent ein.
Die Spekulation auf eine Zinspause der Fed spiegelt sich am Devisenmarkt deutlich wider: Der Dollar hatte an den vergangenen Tagen merklich unter Druck gestanden, im Gegenzug hatte der Euro ordentlich Boden gutgemacht. Am Morgen notiert die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0705 Dollar etwas tiefer. Die Feinunze Gold kostet zur Stunde mit 1904 Dollar 0,4 Prozent weniger.
Die Anleger beobachten die Lage weiterhin genau und hoffen, dass die Fed angesichts der jüngsten Ereignisse den Fuß vom Zinspedal nehmen könnte. Händler sehen derzeit eine 50-prozentige Chance, dass bei der anstehenden Sitzung keine Zinserhöhung erfolgt. Der Markt preist zudem erstmals seit Wochen wieder Zinssenkungen der US-Notenbank zum Jahresende ein, die Renditen an den Anleihemärkten rauschen in die Tiefe.
Einige Experten betonen jedoch, dass die Situation noch nicht vorbei ist. Jochen Stanzl, Chefanalyst CMC Markets, sagte dazu: "Es gibt eine Redensart an der Wall Street, dass die Fed die Leitzinsen so lange anhebt, bis irgendetwas wichtiges kaputt geht. Ein Jahr lang ist erstaunlicherweise nichts kaputt gegangen. Jetzt könnte der Punkt erreicht sein." Die Anleger beobachten die Situation weiterhin genau und hoffen auf eine baldige Beruhigung.
