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DAX schwächelt trotz Entspannung im Nahostkonflikt

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DAX schwächelt trotz Entspannung im Nahostkonflikt

Die deutschen Aktienmärkte haben zur Wochenmitte unter dem Eindruck geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheiten an Schwung verloren. Nach einem positiven Handelsauftakt rutschte der DAX im Verlauf des gestrigen Tages kontinuierlich ab und schloss schließlich 0,61 Prozent tiefer bei 23.498 Punkten. Noch am Vortag hatte der Leitindex infolge der Waffenruhe im Nahostkonflikt deutlich zugelegt. Die nun wieder in den Fokus rückenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und der EU belasten das Marktumfeld erneut.

Im Raum steht die Rückkehr von US-Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf europäische Produkte, sollte bis zum 9. Juli keine Einigung in den laufenden Gesprächen erzielt werden. Zwar hat der frühere US-Präsident Trump in vergleichbaren Situationen bereits mehrfach nachgegeben, doch die Unsicherheit bleibt bestehen. Die Aussicht auf eine mögliche Fristverlängerung durch das Weiße Haus steht im Raum, da die amerikanische Politik zuletzt stark durch die Entwicklungen im Nahen Osten beansprucht war.

In den USA zeigen sich die Börsen derweil uneinheitlich. Während der Dow Jones leicht nachgab, legte der technologielastige Nasdaq 100 zu und erreichte zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch von 22.329 Punkten. Treiber bleibt die Fantasie rund um Künstliche Intelligenz, die erneut die Anleger anzieht. Gleichzeitig sorgten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell für Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung im September, sollte sich die Inflation weiter abschwächen und der Arbeitsmarkt nachlassen. Wirtschaftsdaten aus dem Immobiliensektor trugen ebenfalls zur Zurückhaltung bei – die Neubauverkäufe sanken im Mai unerwartet stark um 13,7 Prozent.

Der Euro konnte in diesem Umfeld leicht zulegen und notierte bei 1,1626 US-Dollar. Am Ölmarkt stiegen die Preise leicht, beflügelt durch einen stärkeren als erwarteten Rückgang der US-Rohölvorräte.

Zu den größten Gewinnern im DAX zählte Rheinmetall. Auch im MDAX konnten Rüstungsunternehmen wie Renk und Hensoldt erneut zulegen. Hintergrund ist ein formeller NATO-Beschluss, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung aufzuwenden. In London kletterte die Aktie von Babcock um knapp 14 Prozent auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt nach einer Anhebung der Unternehmensprognose.

Im Automobilsektor meldeten die deutschen Hersteller VW, BMW und Mercedes-Benz Zuwächse bei den Neuzulassungen in der EU, während Tesla mit einem Rückgang von über 40 Prozent erneut schwächelte. Im MDAX überzeugte Nordex mit Großaufträgen, während Befesa und Formycon mit positiven Analystenkommentaren und Lizenzhoffnungen punkten konnten. Negativ stach Worldline hervor: Die Aktie des französischen Zahlungsabwicklers stürzte nach Medienberichten zu fragwürdigen Geschäftspraktiken um rund 40 Prozent ab.

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