DAX schließt Woche leicht im Plus
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Die Anleger am deutschen Aktienmarkt blieben vor den anstehenden Wahlen in Frankreich zurückhaltend. Der DAX, Deutschlands führender Aktienindex, schloss den letzten Handelstag der Woche mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 18.235 Punkten. Am Vortag hatte der Index um 0,3 Prozent auf 18.210 Zähler zugelegt. In der Halbjahresbilanz zeigt sich der DAX zufriedenstellend und verzeichnete einen Anstieg von rund neun Prozent. Ökonomen der DZ Bank prognostizieren für das zweite Halbjahr ein weiteres Wachstum, unterstützt durch stabile Unternehmensgewinne und ein solides wirtschaftliches Umfeld. Sie erwarten einen Anstieg um etwa sieben Prozent, was den DAX auf etwa 19.500 Punkte bringen könnte.
Die aktuellen Inflationsdaten aus den USA lieferten keine neuen Impulse für die Märkte. Der PCE-Index, der die Preisentwicklung eines festen Warenkorbs widerspiegelt, stieg im Mai um 2,6 Prozent, nach 2,7 Prozent im April. Der PCE-Kernindex, der schwankungsanfällige Kosten für Lebensmittel und Energie ausschließt, wies ebenfalls eine Inflation von 2,6 Prozent auf. Diese Ergebnisse entsprachen den Erwartungen und beeinflussten die Zinssenkungshoffnungen der Investoren nicht maßgeblich. Viele Marktteilnehmer gehen weiterhin von einer ersten Zinssenkung in den USA im September aus. Jay Woods, Anleihestratege bei Freedom Capital Markets, sieht darin ein positives Signal für die Federal Reserve, ihre gemäßigte Rhetorik fortzusetzen.
Die bevorstehenden Wahlen in Frankreich sorgen für Nervosität an den Märkten. Analysten befürchten, dass eine Regierung abseits der politischen Mitte Schwierigkeiten haben könnte, das Haushaltsdefizit zu verringern. Dieses betrug 2023 bereits 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und lag damit weit über der europäischen Fiskalregel von drei Prozent. Die Risikoprämie für französische Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit der Eurokrise 2012, was das wachsende Misstrauen der Investoren widerspiegelt. Marktverwerfungen könnten sowohl den Anleihe- als auch den Aktienmarkt betreffen, insbesondere wenn anti-europäische Kräfte in Frankreich an Einfluss gewinnen. Einige Beobachter, wie Piet Haines Christiansen von der Danske Bank, halten die aktuelle Nervosität jedoch für übertrieben.
Während die Anleger in Deutschland vorsichtig bleiben, verzeichnet die Wall Street weiterhin Rekorde. Die Technologie-Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite überschritten erstmals die Marken von 20.000 beziehungsweise 18.000 Punkten. Erfreuliche Konjunkturdaten und beruhigende Nachrichten zur Inflation sorgten für gute Stimmung. Der Dow Jones Industrial stieg im Mittagshandel um 0,6 Prozent auf 39.386,21 Punkte, und der S&P 500 legte um 0,6 Prozent auf 5.515,18 Punkte zu.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass die Lieferprobleme im Flugzeugbau noch bis Ende des Jahrzehnts anhalten werden. Derzeit stehen 100 von 750 Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe wegen Wartungsarbeiten oder Verzögerungen bei neuen Flugzeugen am Boden. Auch der Motorenbauer Deutz plant mit der Übernahme des US-Stromgeneratoren-Herstellers Blue Star Power Systems eine Expansion seines Energiegeschäfts. Diese Übernahme soll den jährlichen Umsatz um mehr als 100 Millionen US-Dollar steigern.
Der US-Sportartikelhersteller Nike prognostiziert einen Umsatzrückgang im neuen Geschäftsjahr. Die Aktien des Unternehmens gaben daraufhin nach. Bei Delivery Hero gibt es Veränderungen in der Finanzleitung, da Finanzchef Emmanuel Thomassin das Unternehmen verlässt. Marie-Anne Popp übernimmt interimistisch den CFO-Posten.
