DAX schließt stark nach volatilem Handelstag
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Der DAX konnte sich am Donnerstag von einem zunächst schwachen Start erholen und schloss auf seinem Tageshoch bei 23.695 Punkten. Damit legte der Leitindex um 0,72 Prozent zu. Frühere Verluste wurden im Handelsverlauf sukzessive aufgeholt, nachdem zahlreiche Unternehmen aus dem DAX ihre Quartalsberichte vorgelegt hatten. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte verbesserte sich um 1,12 Prozent.
Zu den berichtenden Konzernen gehörten unter anderem Siemens, die Allianz und die Deutsche Telekom. Siemens verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Aufträge auf 21,6 Milliarden Euro, unter anderem dank eines Aufschwungs in China. Der Umsatz kletterte auf 19,8 Milliarden Euro, das industrielle Ergebnis stieg um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Allianz erreichte mit 4,2 Milliarden Euro ein operatives Rekordergebnis im ersten Quartal. Trotz einer Steuerrückstellung in Indien stagnierte der bereinigte Nettogewinn bei 2,6 Milliarden Euro. Auch die Deutsche Telekom steigerte ihren Gewinn deutlich, unter anderem durch das Wachstum der US-Tochter und einen starken Dollar. Der Konzern hob seine Prognose leicht an.
Belastet wurde der Handel von geopolitischen Unsicherheiten. Im Fokus standen geplante Gespräche zwischen Russland und der Ukraine, an denen weder Wladimir Putin noch Donald Trump teilnehmen sollten. Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk gehörten daraufhin zu den stärksten Gewinnern. Parallel tagten die NATO-Außenminister in Antalya zum weiteren Vorgehen im Ukraine-Konflikt.
Die US-Notenbank Fed kündigte unterdessen eine neue geldpolitische Strategie an. Fed-Chef Jerome Powell erklärte, man ziehe Lehren aus der jüngsten Inflationsphase und diskutiere Anpassungen im Offenmarktausschuss. Auch die wirtschaftlichen Daten aus den USA blieben stabil: Einzelhandelsumsätze und Industrieaufträge stagnierten, während der Arbeitsmarkt weiter robust blieb.
Die Ölpreise gaben um rund zwei Prozent nach. Grund waren Spekulationen über ein mögliches Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran, das zu einem Anstieg des iranischen Ölangebots führen könnte. Der Euro notierte am Nachmittag bei 1,1188 Dollar leicht höher.
Weitere Unternehmensnachrichten kamen von Merck, RWE und Thyssenkrupp. Merck passte wegen Wechselkursschwankungen und Zollunsicherheit seine Jahresziele an. RWE meldete rückläufige Gewinne, vor allem wegen schwacher Windverhältnisse. Thyssenkrupp litt unter Verlusten im Stahlgeschäft. Die Commerzbank einigte sich mit Arbeitnehmervertretern auf einen Sozialplan zum Stellenabbau. In den USA sorgte Boeing mit einem Milliardenauftrag aus Katar für Aufmerksamkeit.
