DAX schließt mit moderaten Verlusten
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX folgte gestern einer sich erholenden Wall Street und konnte größere Verluste eingrenzen. Der deutsche Leitindex schloss um 0,48 Prozent niedriger bei 18.298 Punkten, nachdem er während des Tages zwischen 18.096 und 18.326 Punkten schwankte. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte verringerte seine Verluste und schloss um 0,43 Prozent niedriger bei 24.951 Punkten. Diese Stabilisierung ist auf eine Erholung der Wall Street nach einem vorherigen Ausverkauf zurückzuführen.
Die schwache Performance der Nasdaq am Vortag und ein enttäuschender ifo-Geschäftsklimaindex belasteten die Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Der ifo-Index verfehlte die Erwartungen der Analysten und deutet auf eine sich weiter abschwächende deutsche Wirtschaft hin. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners bezeichnete den Kursrückgang der Nasdaq von fast vier Prozent als eine "regelrechte Flucht aus Aktien". Diese Angst traf besonders die KI-Aktien hart. Die Marktteilnehmer hoffen nun auf positive Bilanzen von Microsoft, Meta, Apple und Amazon in der kommenden Woche.
Bayer führte die Gewinner im DAX an, nachdem ein australisches Gericht eine Sammelklage abwies, die behauptete, dass Bayers glyphosathaltiger Unkrautvernichter Roundup eine bestimmte Krebsart verursache. Die Aktie von Bayer stieg um gut zwei Prozent. Auch die Deutsche Telekom konnte mit einem Plus aufwarten, nachdem bekannt wurde, dass die US-Tochter T-Mobile US ihr Geschäft durch einen milliardenschweren Zukauf im Glasfasernetz weiter ausbaut.
Auf der Verliererseite stand Infineon mit einem Minus von über sechs Prozent. Der Chiphersteller STMicroelectronics hatte seine Prognose gesenkt, da die Nachfrage nach Chips für Industrieanwendungen nicht wie erwartet angestiegen war und im Automobilsektor zurückging. Diese Nachricht belastete auch Infineon.
Der ifo-Index sendete heute ein starkes Signal für eine konjunkturelle Abwärtsbewegung in Deutschland. Der Index fiel im Juli das dritte Mal in Folge, was eine Definition für einen Abschwung erfüllt. Jörg Krämer von der Commerzbank sprach von einer weiteren "kalten Dusche für die verbliebenen Konjunkturoptimisten".
In den USA zeigte sich der Arbeitsmarkt trotz hoher Zinsen robust. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sanken um 10.000 auf 235.000. Das US-BIP wuchs im zweiten Quartal stärker als erwartet um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was die starke Wirtschaftstätigkeit in den USA unterstreicht.
Die Aktie des US-Industrie-Zulieferers Honeywell fiel aufgrund schwacher Nachfrage in der Automatisierungssparte um über fünf Prozent. Der japanische Yen stabilisierte sich deutlich, was als struktureller Dämpfer für die Risikoneigung an den Finanzmärkten gesehen wird.
Die Deutsche Börse hob ihre Jahresprognose an, bleibt aber unter den Erwartungen der Analysten. Der Industrie-Recycler Befesa wurde ebenfalls zuversichtlicher für sein Jahresergebnis und erhöhte seine Prognose. Der Autokonzern Renault zeigte sich so profitabel wie nie zuvor, während Stellantis aufgrund schwächerer Geschäfte in Nordamerika einen Gewinneinbruch erlitt.
Im Bereich der Elektrofahrzeuge kämpfte Ford weiterhin mit hohen Verlusten, wohingegen IBM von seinem Software-Geschäft profitierte und die Erwartungen der Analysten übertraf.
