DAX schließt knapp unter 24.000 Punkten
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Leitindex DAX hat sich zur Wochenmitte mit Mühe ins Plus gerettet. Zwar verfehlte er knapp die runde Marke von 24.000 Punkten, konnte aber letztlich mit einem leichten Tagesgewinn von 0,33 Prozent bei 23.924 Punkten schließen. Die Anleger zeigten sich trotz geopolitischer Spannungen und handelsbezogener Unsicherheiten vergleichsweise gelassen. Im Fokus standen zahlreiche Quartalsberichte großer Konzerne, die das Marktgeschehen maßgeblich bestimmten.
US-Präsident Donald Trump kündigte weitere Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus Indien sowie mögliche neue Abgaben auf Halbleiter und Chips an. Zugleich stellte er in Aussicht, noch in diesem Jahr ein Handelsabkommen mit China zu schließen. Die Finanzmärkte reagierten jedoch verhaltener auf diese Aussagen und konzentrierten sich auf Unternehmenszahlen. Vonovia meldete eine Trendwende am Immobilienmarkt, Siemens Energy überzeugte mit einem Rekordauftragsbestand von 136 Milliarden Euro, und die Commerzbank hob ihre Gewinnprognose leicht an. Demgegenüber enttäuschten Beiersdorf und Bayer mit ihren Ergebnissen.
In der deutschen Industrie setzte sich die Schwäche fort. Die Auftragseingänge gingen im Juni um ein Prozent zurück, bedingt durch eine schwächere Auslandsnachfrage. Während das Inlandsgeschäft um 2,2 Prozent zulegte, sanken die Bestellungen aus dem Ausland um 3,0 Prozent. Dennoch ergibt sich für das zweite Quartal insgesamt ein leichtes Plus beim Neugeschäft. Experten sehen darin erste Anzeichen einer Bodenbildung.
Auch international war die Stimmung an den Börsen freundlich. In den USA zogen sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq 100 an. Letzterer legte fast ein Prozent zu. Die Erwartungen an die Federal Reserve stiegen unterdessen, da Präsident Trump eine baldige Entscheidung über die Nachfolge der Fed-Direktorin Adriana Kugler ankündigte. In diesem Zusammenhang geriet der Dollar unter Druck, wovon der Euro profitierte.
Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise nach vorangegangenen Anstiegen wieder leicht nach. Ein überraschender Rückgang der US-Rohölvorräte konnte den Preisrutsch nicht verhindern. Auf Unternehmensebene meldeten unter anderem Fresenius und Novo Nordisk neue Prognosen, während Schaeffler und Honda schwächere Ergebnisse vorlegten. Derweil verzeichnete Vodafone mit einem neuen Warnsystem rund 15 Millionen Betrugsanrufe. ProSiebenSat.1 sprach sich schließlich für eine Übernahme durch den italienischen Medienkonzern MFE aus.
