DAX schließt im Minus nach schwankendem Handel
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Der DAX hat am Donnerstag erneut den Rückwärtsgang eingelegt, konnte seine Verluste jedoch im Handelsverlauf nach dem Start an den US-Börsen deutlich reduzieren. Am Ende stand ein Minus von 0,56 Prozent bei 23.534 Punkten, rund 150 Zähler über dem Tagestief. Belastet wurde das Börsenbarometer vor allem durch schwache Kurse bei SAP sowie den Siemens-Titeln. Schon seit Wochen zeigt sich der deutsche Leitindex richtungslos, was Analysten mit der Unsicherheit vor wichtigen US-Inflationsdaten begründen. Händler berichteten von einem insgesamt dünnen Handelsvolumen, da viele Investoren abwarteten.
Unter den Einzelwerten gerieten die Aktien von SAP ins Blickfeld. Sie verloren zeitweise bis zu 1,9 Prozent, nachdem die EU-Kommission Ermittlungen gegen den Softwarekonzern eingeleitet hatte. Im Zentrum steht der Verdacht, dass Konkurrenten, die ebenfalls Wartungen für SAPs ERP-Systeme anbieten, benachteiligt werden könnten. Auch Kunden sollen dadurch Nachteile erleiden. Siemens Healthineers war mit einem Rückgang von bis zu 4,3 Prozent Schlusslicht im Index. Hintergrund waren Sorgen vor höheren US-Zöllen auf bestimmte Medizintechnikprodukte, die vom Handelsministerium in Washington geprüft werden.
Positiver verlief der Handel für Autowerte, die ihre Erholung nach zuvor schwacher Entwicklung fortsetzten. Rückenwind gaben Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA. Demnach stiegen die Pkw-Neuzulassungen in der EU im August um 5,3 Prozent im Jahresvergleich. Seit Jahresbeginn liegen sie nahezu auf Vorjahresniveau. Besonders der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge nahm weiter zu. Für Optimismus sorgte zudem die Umsetzung des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA, das rückwirkend ab 1. August die US-Zölle auf Autoexporte auf 15 Prozent senkt. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begrüßte die Einigung und sprach von mehr Planungssicherheit für die Branche. Auch Volkswagen und Mercedes-Benz äußerten sich positiv.
Die Konsumstimmung in Deutschland zeigte nach langer Schwäche wieder einen leichten Aufwärtstrend. Das Konsumklima-Barometer für Oktober stieg um 1,2 Punkte auf minus 22,3 Zähler. Experten verweisen jedoch auf die weiterhin bestehenden Belastungen durch geopolitische Konflikte, neue Handelshemmnisse und politische Unsicherheit. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2025 nur ein schwaches Wachstum von 0,2 Prozent nach zwei Rezessionsjahren. Erst 2026 soll die Konjunktur dank staatlicher Ausgaben spürbar anziehen.
In den USA trübten Zinssorgen die Stimmung an der Wall Street. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq starteten mit Verlusten, die später eingedämmt werden konnten. Hintergrund waren überraschend robuste Konjunkturdaten, die Spekulationen über eine abwartende Haltung der US-Notenbank Fed verstärkten. Forderungen nach deutlichen Zinssenkungen kamen indes von Präsident Donald Trump und Notenbankdirektor Stephen Miran. Der Euro rutschte nach den Daten unter die Marke von 1,17 Dollar.
