DAX rutscht weiter in den September-Blues
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Ein trüber Handelstag hat den DAX weiter unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex verlor gestern 0,48 Prozent auf 23.527 Punkte und setzte damit seinen Abwärtstrend fort. Marktanalysten sprachen von einem „September-Blues“, der den Aktienmarkt seit Wochen in einer engen Handelsspanne gefangen halte. Neben der allgemeinen Zurückhaltung der Anleger belasteten Gewinnwarnungen aus der Automobilbranche die Stimmung.
Besonders deutlich zeigte sich die Schwäche bei Autowerten. Die Papiere der Porsche SE fielen um 8,2 Prozent und bildeten das Schlusslicht im DAX. Auch die Vorzugsaktien von Volkswagen gaben 7,1 Prozent nach, während die VW-Tochter Porsche AG einen Rückgang von 7,3 Prozent verzeichnete. Porsche hatte zuvor seine Rentabilitätsprognose gesenkt und Verzögerungen bei der Einführung neuer Elektro-Modelle angekündigt. In der Folge korrigierte Volkswagen die Beteiligungsbewertung nach unten und stellte eine Belastung von 5,1 Milliarden Euro in Aussicht.
Abseits der Autowerte richtete sich der Blick auf die Verbraucherstimmung im Euroraum. Das Konsumklima verbesserte sich im September stärker als erwartet und stieg auf minus 14,9 Punkte. Trotz des Anstiegs liegt der Wert weiter deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. An den US-Börsen überwogen hingegen Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones sank um 0,22 Prozent auf 46.212 Punkte, während S&P 500 und Nasdaq 100 ebenfalls leicht nachgaben.
Diskussionen um neue Visa-Gebühren in den USA wirkten sich auf Technologiewerte aus. Microsoft und Amazon gaben um 0,5 beziehungsweise 1,2 Prozent nach. Hintergrund ist eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, eine Gebühr von 100.000 Dollar auf bestimmte Visa zu erheben. Nach einer Klarstellung, dass es sich um eine einmalige Gebühr nur für neue Visa handelt, zeigte sich der Markt etwas beruhigt.
An den Rohstoffmärkten erreichte der Goldpreis ein weiteres Rekordhoch. Die Feinunze kletterte in London auf 3.719,95 Dollar. Der Euro legte gegenüber dem US-Dollar leicht zu und wurde am Abend bei 1,1775 Dollar gehandelt. Auch die Ölpreise zogen an: Brent stieg auf 66,90 Dollar, WTI auf 63,04 Dollar.
Unternehmensnachrichten sorgten für zusätzliche Schlagzeilen. Bayer startete die erste zulassungsrelevante Phase-3-Studie für eine Parkinson-Zelltherapie, während Pfizer den Abnehmspezialisten Metsera für bis zu 7,3 Milliarden Dollar übernimmt. Bei T-Mobile US kommt es zu einem Chefwechsel, und Oracle will künftig von einer Doppelspitze geführt werden. Zudem kündigte Vodafone an, sein 2G-Netz bereits 2028 abzuschalten, und vergab Milliardenaufträge an Ericsson und Nokia. Auch ein Datenleck bei Stellantis und Preisdiskussionen bei Novartis standen im Fokus.
