DAX rutscht weiter ab trotz US-Preissignalen
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Trotz zwischenzeitlicher Kursgewinne ist dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte die Puste ausgegangen. Der DAX schloss gestern mit einem Minus von 0,21 Prozent bei 24.009,38 Punkten und verbuchte damit den fünften Verlusttag in Folge. Auch der MDax musste deutlich Federn lassen und sank um 1,17 Prozent auf 30.721,24 Zähler. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch Unsicherheiten hinsichtlich der US-Zollpolitik, die weiterhin auf dem Markt lasten.
Zwar hatten zunächst positive Impulse aus den USA für eine freundliche Eröffnung gesorgt – insbesondere die moderat ausgefallenen Erzeugerpreise im Juni sorgten kurzfristig für Erleichterung. Diese stiegen auf Jahressicht lediglich um 2,3 Prozent und damit schwächer als erwartet. Doch die kurzfristige Euphorie konnte sich nicht durchsetzen. Analysten verweisen auf die technisch angeschlagene Lage des DAX und eine saisonal schwache Marktphase, die weitere Kursverluste wahrscheinlich erscheinen lässt.
Die allgemeine Marktstimmung ist laut einer aktuellen Sentiment-Analyse so pessimistisch wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Dabei zeigt sich insbesondere unter institutionellen Anlegern eine deutliche Skepsis. Analyst Joachim Goldberg sieht in der Absicherung gegen mögliche weitere Zollmaßnahmen einen Hinweis darauf, dass Vermögensverwalter auf tiefere Kurse spekulieren könnten, um dann wieder einzusteigen.
Auch an der Wall Street fehlt eine klare Richtung. Der Dow Jones bewegte sich mit einem leichten Plus von 0,09 Prozent auf 44.061 Punkte kaum vom Fleck. Der S&P 500 stagnierte bei 6.244 Punkten. Der Nasdaq 100 gab um 0,24 Prozent auf 22.830 Punkte nach. Zwar hatten die besser als erwarteten Erzeugerpreise auch in den USA für kurzzeitige Hoffnung gesorgt, jedoch konnten weder die gestiegene Industrieproduktion noch weitere Inflationsdaten entscheidende Impulse setzen.
Für Bewegung sorgten neue Unternehmensnachrichten: Der Rüstungskonzern Rheinmetall prüft laut Medienberichten einen Verkauf seiner Autozuliefersparte an einen Finanzinvestor. An der Börse wurde dies mit moderatem Kursplus quittiert. Dagegen sorgte eine Gewinnwarnung von Renault für einen Kursrutsch bei der Aktie um fast 18 Prozent – auch Volkswagen verlor deutlich.
In der Chemiebranche standen Fuchs-Aktien nach eigener Gewinnwarnung mit einem Rückgang von über 13 Prozent besonders unter Druck. BASF, Lanxess und Wacker Chemie verbuchten ebenfalls teils kräftige Verluste. Auch europaweit gaben die Märkte nach. Besonders Chipwerte litten unter einer verhaltenen Prognose des niederländischen Konzerns ASML, dessen Aktien um 7,6 Prozent einbrachen.
