DAX rutscht wegen Nahost-Krise deutlich ab
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Die angespannte Lage im Nahen Osten sorgt weltweit für Unruhe an den Finanzmärkten. Der deutsche Aktienindex DAX gab am Dienstag um 1,12 Prozent auf 23.434 Punkte nach und machte damit die Kursgewinne vom Wochenstart wieder zunichte. Händler und Investoren reagierten empfindlich auf die plötzliche Abreise von US-Präsident Donald Trump vom G7-Gipfel in Kanada, die dieser mit der eskalierenden Situation im Nahen Osten begründete. Die Sorge vor einem möglichen Eingreifen der USA in den bewaffneten Konflikt zwischen Israel und dem Iran belastete die Stimmung zusätzlich.
Auch der MDAX verzeichnete einen Rückgang von 0,95 Prozent und blieb unter der Marke von 30.000 Punkten. Noch zu Wochenbeginn hatten sinkende Ölpreise für eine vorsichtige Erholung gesorgt, doch der Trend drehte sich angesichts neuer geopolitischer Unsicherheiten schnell wieder ins Minus. Analysten sehen in Trumps unerwartetem Schritt ein mögliches Anzeichen für militärische Schritte, was die Nervosität an den Märkten weiter anheizt. Die Ölpreise stiegen erneut deutlich: Brent und WTI legten um rund drei Prozent zu. Ein Barrel Brent wird aktuell mit etwa 75 US-Dollar gehandelt, über zehn Dollar mehr als vor Beginn der jüngsten Eskalation.
Trotz der Vielzahl belastender Faktoren zeigt sich der DAX laut Marktbeobachtern noch relativ widerstandsfähig. Die anhaltende Unsicherheit über mögliche militärische Entwicklungen und steigende Energiepreise wirken sich zwar negativ aus, doch die Kursverluste bleiben bislang im Rahmen. Experten führen dies auf eine hohe Liquidität am Markt zurück, die weiterhin nach Anlagemöglichkeiten sucht.
Auch in den USA war die Lage an der Börse angespannt. Die Wall Street konnte die Verluste zur Mittagszeit jedoch etwas eingrenzen. Die wichtigsten Indizes lagen nur noch rund 0,2 Prozent im Minus. Gleichzeitig zeigte sich die US-Konjunktur geschwächt: Die Einzelhandelsumsätze sanken im Mai um 0,9 Prozent, stärker als erwartet. Die Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung blieben hinter den Erwartungen zurück, was Spekulationen über bevorstehende Zinssenkungen durch die US-Notenbank verstärkte.
Der Euro zeigte sich am Devisenmarkt leicht schwächer und wurde am späten Nachmittag mit 1,1532 Dollar gehandelt. Die Gemeinschaftswährung bleibt dennoch vergleichsweise stabil, da ein wirtschaftlicher Abschwung in den USA als wahrscheinlicher gilt.
Auf Unternehmensseite konnte MTU mit einer erhöhten Jahresprognose punkten. Die Aktie des Triebwerksbauers stieg deutlich. Airbus sicherte sich unterdessen einen Großauftrag aus Vietnam über 100 Maschinen des Typs A321neo. Weniger erfreulich verlief der Tag für Fresenius Medical Care: Trotz langfristiger Sparpläne verlor die Aktie deutlich. Auch die Deutsche Telekom musste Rückschläge hinnehmen, nachdem der Großaktionär SoftBank T-Mobile-Aktien im Wert von 4,8 Milliarden Dollar veräußerte.
