DAX rutscht vor Fed-Entscheid weiter ab
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Vor der heutigen Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve wächst die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Erwartet wird eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, doch die entscheidende Frage lautet, ob daraus ein kontinuierlicher Zinssenkungszyklus wird. An der Wall Street dominiert Zuversicht, die zu neuen Rekordständen führte, während die Stimmung am deutschen Markt weit zurückhaltender bleibt. Gestern rutschte der DAX bis auf 23.467 Punkte ab, ein Minus von rund 1,1 Prozent. Damit liegt der Leitindex bereits mehr als 1.000 Punkte unter seinem Rekordhoch aus dem Juli. Der MDAX verzeichnete moderate Verluste von gut 0,4 Prozent.
Belastet wurde der DAX vor allem durch die schwachen Kurse von Schwergewichten wie SAP, Allianz und Telekom, die für ein Drittel des Minus verantwortlich waren. Auch Finanzwerte wie Deutsche Bank, Münchener Rück oder Commerzbank verloren, da sinkende Zinsen als Risiko für Kredit- und Zinsgeschäfte gelten. Den wenigen Gewinnern wie Porsche AG und Sartorius gelang es nicht, die Verluste auszugleichen. Unterdessen setzt der Maschinenbau Alarmzeichen. Der Branchenverband VDMA rechnet nun mit einem Produktionsrückgang von fünf Prozent im laufenden Jahr statt der zuvor erwarteten zwei Prozent. Präsident Bertram Kawlath forderte die Bundesregierung auf, Unternehmen stärker zu entlasten. Belastungsfaktoren sind die schwache Konjunktur, hohe US-Zölle sowie ein starker Euro.
Für Aufmerksamkeit sorgte der Stahlkonzern Thyssenkrupp. Der indische Stahlproduzent Jindal legte ein unverbindliches Angebot für die Sparte Steel Europa vor. Daraufhin drehte die Aktie trotz anfänglicher Verluste ins Plus und stieg zeitweise um 4,5 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs damit nahezu verdreifacht. Auch bei Rheinmetall herrschte Bewegung: Die Aktie erreichte mit 1.983 Euro ein weiteres Rekordhoch. Treiber waren Kaufempfehlungen großer Banken und die geplante Übernahme der Marinesparte der Lürssen-Gruppe.
In den USA sorgten neue Konjunkturdaten für Überraschung. Der Einzelhandelsumsatz stieg im August um 0,6 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Trotz einer eingetrübten Konsumentenstimmung gaben Verbraucher mehr Geld aus. Dies verstärkte die Erwartung, dass die Fed ihre geldpolitische Lockerung heute einleiten wird. Parallel dazu schwächelte der Dollar weiter, während der Euro auf 1,1825 Dollar zulegte.
Ein anderer Profiteur ist Gold, das sich seit Wochen im Höhenflug befindet und gestern mit knapp 3.699 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch markierte. Das Edelmetall hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert gewonnen. Geopolitische Spannungen und der schwache Dollar treiben die Nachfrage. Auch auf Unternehmensebene gab es Neuigkeiten: Ford kündigte an, in Köln bis zu 1.000 Stellen zu streichen, da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen geringer ausfällt als erwartet. Google wiederum will in Großbritannien fünf Milliarden Pfund investieren und unter anderem ein neues Rechenzentrum errichten.
