DAX rutscht unter 24.000-Punkte-Marke
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Leitindex DAX hat seine Verluste zum Wochenstart ausgeweitet und schloss zum Handelsschluss bei 23.673 Punkten. Damit fiel der Index gestern um ein Prozent und erreichte sein Tagestief. Zwischenzeitlich hatte sich der DAX zwar der Marke von 24.000 Punkten angenähert, konnte diese jedoch nicht halten. Marktbeobachter machen insbesondere die zunehmende Unsicherheit im transatlantischen Handelskonflikt verantwortlich. Investoren halten sich vorerst zurück. Nach Einschätzung von Analysten könnten weitere Kursgewinne erst dann wieder realistisch sein, wenn es Klarheit über mögliche US-Zölle gibt.
Die wirtschaftspolitische Lage wird zusätzlich durch eine bevorstehende Frist aus Washington belastet. US-Präsident Donald Trump hat der EU bis zum 9. Juli Zeit gegeben, um im Handelsstreit einzulenken. Andernfalls drohen Zölle von bis zu 50 Prozent auf nahezu alle Exporte europäischer Unternehmen in die Vereinigten Staaten. Marktbeobachter rechnen daher mit anhaltender Nervosität an den Börsen. Eine Einigung könnte jedoch neue Investitionschancen eröffnen, so Experten.
Auch die leicht gestiegene Inflation in der Eurozone belastet die Märkte. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni auf genau zwei Prozent – exakt die Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Unterstützt wurde diese Entwicklung bislang durch niedrige Energiepreise. Doch laut Ökonomen könnten mittelfristig mehrere Faktoren die Inflation weiter anheizen: steigende Transportkosten durch globale Zollmaßnahmen, strukturelle Veränderungen der Lieferketten sowie der anhaltende Fachkräftemangel und kostenintensive Klimaschutzmaßnahmen.
An den US-Börsen sorgten politische Spannungen und gesetzgeberische Unsicherheiten für durchwachsene Ergebnisse. Während der Dow Jones leicht zulegen konnte, standen insbesondere Technologiewerte unter Druck. Der Nasdaq verlor ein Prozent. Der breiter aufgestellte S&P 500 gab 0,3 Prozent nach. Notenbankchef Jerome Powell kündigte unterdessen an, sich mit einer Entscheidung über Zinssenkungen Zeit zu lassen. Die Fed hält am bisherigen Leitzinskorridor zwischen 4,25 und 4,50 Prozent fest, obwohl Trump wiederholt eine Lockerung der Geldpolitik gefordert hatte.
Der Euro zeigt sich gegenüber dem Dollar stark und stieg auf über 1,18 Dollar – den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Diese Entwicklung bereitet der EZB zunehmend Sorgen, da eine anhaltende Aufwertung der Gemeinschaftswährung Exporte verteuert und Importe verbilligt. Laut EZB-Vizepräsident de Guindos könnte ein Überschreiten der Marke von 1,20 Dollar die wirtschaftliche Entwicklung deutlich erschweren.
