DAX rutscht unter 24.000-Punkte-Marke
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX ist gestern erneut unter die Marke von 24.000 Punkten gefallen und zeigt damit eine fortgesetzte Schwächephase. Der deutsche Leitindex pendelte im Tagesverlauf zwischen 23.949 und 24.151 Punkten und beendete den Handel mit einem Minus von 0,16 Prozent bei 23.978 Zählern. Auch in den Vortagen hatte sich bereits ein leichter Rückgang abgezeichnet. Während der MDAX um 0,27 Prozent zulegte, blieb der Handel insgesamt von Zurückhaltung geprägt.
Anleger reagierten verhalten auf das in der Nacht vorgestellte Rahmenabkommen zwischen den USA und China im andauernden Zollstreit. Zwar kündigte US-Präsident Donald Trump eine Einigung über Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden an, doch blieb unklar, ob daraus ein umfassendes Handelsabkommen hervorgehen wird. Marktbeobachter verwiesen auf anhaltende Unsicherheiten im Hinblick auf die Umsetzung und politische Widerstände.
Auch die aktuellen US-Verbraucherpreisdaten für Mai sorgten nicht für Auftrieb. Die Inflationsrate lag wie erwartet bei 2,4 Prozent, die Kerninflation bei 2,8 Prozent. Eine nachhaltige Entspannung bei der Teuerung sei laut Experten nicht erkennbar. US-Präsident Trump erneuerte daraufhin seine Forderung an die Notenbank Fed, den Leitzins um einen vollen Prozentpunkt zu senken. Die Märkte rechnen dennoch kurzfristig nicht mit einem solchen Schritt.
An der Wall Street konnten die US-Indizes moderat zulegen. Der Dow Jones überschritt zeitweise die Marke von 43.000 Punkten, der S&P 500 sowie der Nasdaq 100 legten ebenfalls leicht zu. Der Euro zog nach den Inflationszahlen kräftig an und notierte zuletzt bei 1,1490 Dollar. Auch die Ölpreise verzeichneten deutliche Gewinne, Brent-Rohöl stieg auf 68,38 Dollar je Barrel.
Im DAX führte Bayer mit einem Plus von 3,78 Prozent das Feld an, gestützt durch Kaufempfehlungen zweier Investmenthäuser. Die Telekom-Aktie verlor hingegen 1,7 Prozent, belastet durch einen möglichen vorzeitigen Rückzug von T-Mobile-US-Chef Mike Sievert. Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk zeigten sich nach vorangegangenen Kursverlusten erholt.
Die italienische Großbank Unicredit trat Übernahmegerüchten um die Commerzbank entgegen. Vorstandschef Andrea Orcel erklärte, man befinde sich nicht in konkreten Verhandlungen. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sich in einem Schreiben hinter die Commerzbank und sprach sich gegen ein einseitiges Vorgehen aus.
Daimler Truck meldete einen Großauftrag der Bundeswehr über Fahrzeuge des Typs Arocs. Nvidia kündigte derweil eine KI-Cloud-Plattform für die deutsche Industrie an. Tesla-Aktien erholten sich nach versöhnlichen Tönen von Elon Musk gegenüber Trump. Apple nannte unterdessen technische Schwierigkeiten als Grund für die Verzögerung bei der Weiterentwicklung der Sprachassistentin Siri.
