DAX rutscht nach Rekordmarke deutlich ab
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Der DAX hat zur Wochenmitte einen deutlichen Rückschlag erlitten und schloss gestern mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 22.433 Punkten. Zuvor hatte der deutsche Leitindex im Handelsverlauf mit 22.935 Punkten seinen 19. Kursrekord in diesem Jahr aufgestellt. Die anschließenden Gewinnmitnahmen dominierten jedoch den restlichen Handelstag. Experten hatten bereits im Vorfeld auf die Gefahr einer Korrektur hingewiesen, da der DAX nach einem rasanten Anstieg als "überkauft" galt. Seit dem Jahresende hatte der Index um 15,2 Prozent zugelegt. Analysten sehen die Entwicklung als überfällig an, da der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt erheblich gewachsen war. Ob der Rückgang das Ende der Rally bedeutet oder lediglich eine Verschnaufpause darstellt, bleibt unklar.
Auch an der Wall Street waren Verluste zu verzeichnen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Der Dow Jones gab um 0,2 Prozent nach, während sich die Technologiewerte an der Nasdaq weitgehend stabilisierten. Marktteilnehmer warten auf die Veröffentlichung der Fed Minutes, das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank. Diese Dokumente könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs geben. Der US-Leitzins liegt derzeit zwischen 4,25 und 4,5 Prozent, die Federal Reserve hatte zuletzt Zurückhaltung signalisiert.
Am Rohstoffmarkt erreichte der Goldpreis am Vormittag mit 2.946 Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch, gab später jedoch um 0,3 Prozent auf 2.924 Dollar nach. Der Euro verlor im Devisenhandel 0,4 Prozent auf 1,0408 Dollar. Die Ölpreise legten dagegen zu. Brent-Öl stieg um 0,75 Prozent auf 76,36 Dollar je Barrel. Spekulationen über mögliche Lockerungen der Sanktionen gegen russisches Öl sorgten zuletzt für Bewegung im Markt.
Der US-Elektro-Lkw-Hersteller Nikola meldete Insolvenz an. Die Aktie verlor über 40 Prozent. Das Unternehmen strebt eine rasche Veräußerung der verbliebenen Geschäftsbereiche an. Vorstandschef Steve Girsky nannte schwierige Marktbedingungen als Ursache für die Zahlungsunfähigkeit. Nikola hatte hohe Verluste pro verkauftem Fahrzeug verzeichnet und war zuletzt auf Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw umgestiegen.
Die MTU-Aktie fiel trotz eines Rekordgewinns von 642 Millionen Euro im Jahr 2024 um 4,5 Prozent. Analysten kritisierten den Mittelabfluss im vierten Quartal. Autoaktien wie Volkswagen, BMW, Porsche und Mercedes-Benz gaben aufgrund drohender US-Zölle nach. US-Präsident Donald Trump erwägt ab April eine Anhebung auf 25 Prozent.
Delivery Hero rutschte nach einer Verkaufsempfehlung der Citigroup um über sechs Prozent ab. Gerresheimer legte hingegen zu, nachdem neue Übernahmeinteressenten gemeldet wurden. SAF-Holland meldete sinkende Gewinne, BAE Systems verzeichnete Rekordaufträge, und HSBC kündigte Sparmaßnahmen trotz Rekordgewinns an.
