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DAX rutscht erneut ins Minus

Politische Unsicherheit und enttäuschende Unternehmenszahlen belasten die Märkte

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DAX rutscht erneut ins Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat am gestrigen Handelstag Verluste verzeichnet. Der DAX beendete den Tag mit einem Minus von rund 0,5 Prozent und schloss bei 22.315 Punkten. Nach einem zunächst stabilen Verlauf, in dem der Leitindex zeitweise um 0,6 Prozent zulegen konnte, sorgten schwache US-Börsen am Nachmittag für eine Wende ins Minus. Belastend wirkten zudem durchwachsene Quartalsberichte deutscher Unternehmen sowie die Unsicherheit im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl.

Analysten sehen die politische Unsicherheit als möglichen Grund für weitere Kursrückgänge in den kommenden Tagen. Marktbeobachter erwarten, dass die Wahl am Sonntag eine schwierige Regierungsbildung nach sich ziehen könnte. Zudem bleibt die künftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ein Unsicherheitsfaktor. Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel äußerte sich besorgt über die Möglichkeit zu vieler Zinssenkungen. Derweil präsentierten die DAX-Konzerne Mercedes-Benz und Airbus ihre Geschäftszahlen, die beide enttäuschten.

Die Aktie von Airbus gab um 2,3 Prozent nach. Der Flugzeugbauer will im laufenden Jahr 820 Passagierjets ausliefern und ein operatives Ergebnis von sieben Milliarden Euro erzielen. Analysten hatten jedoch höhere Prognosen erwartet. Mercedes-Benz verlor mehr als zwei Prozent. Der Autobauer meldete einen Gewinneinbruch von 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Besonders das China-Geschäft entwickelte sich schwach. Die Dividende wird um einen Euro auf 4,30 Euro je Aktie gekürzt.

Auch die US-Börsen verzeichneten Kursverluste. Der Dow Jones fiel um 1,4 Prozent auf 44.004 Punkte, der S&P 500 büßte 0,7 Prozent ein, und der Nasdaq 100 gab 0,3 Prozent nach. Negative Impulse kamen von US-Präsident Donald Trump, der mit neuen Handelszöllen drohte. Zusätzlich sorgte ein Kursrutsch bei Walmart für schlechte Stimmung. Die Aktie des Einzelhändlers fiel um 6,3 Prozent, nachdem das Unternehmen eine vorsichtige Prognose für das kommende Geschäftsjahr vorgelegt hatte.

Der Goldpreis erreichte dagegen ein neues Rekordhoch von 2.955 Dollar je Feinunze. Anleger suchten angesichts der Unsicherheiten verstärkt nach sicheren Häfen. Die EU-Kommission genehmigte indes 920 Millionen Euro Staatshilfe für eine Infineon-Chip-Fabrik in Dresden. Siemens erzielte durch den Verkauf von Anteilen an Siemens Healthineers einen Erlös von 1,45 Milliarden Euro. Die Healthineers-Aktie verlor daraufhin zwei Prozent.

ProSiebenSat.1 plant Medienberichten zufolge den Abbau von 500 Stellen. Alibaba übertraf mit einem Gewinnsprung um 239 Prozent die Erwartungen. Knorr-Bremse steigerte sein Betriebsergebnis auf 966 Millionen Euro. Der Bundesgerichtshof entschied, dass Birkenstock-Sandalen keinen Urheberrechtsschutz genießen. Juventus Turin-Aktien verloren nach dem Champions-League-Aus elf Prozent. Der E-Lastwagenbauer Nikola meldete Insolvenz an.

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