DAX rutscht ab nach US-Zollankündigung
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Die Ankündigung neuer US-Zölle auf Autoimporte hat den deutschen Aktienmarkt belastet. Der DAX, in dem zahlreiche Autoaktien enthalten sind, gab im Tagesverlauf deutlich nach und schloss 0,7 Prozent tiefer bei 22.678 Punkten. Bereits am Vortag hatte der Leitindex rund 1,2 Prozent eingebüßt. US-Präsident Donald Trump kündigte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Fahrzeuge an, was für zusätzliche Unsicherheit sorgte. Zwar war die Maßnahme seit Längerem erwartet worden, doch deren Umsetzung zum 3. April versetzt die Märkte in neue Unruhe. Der MDAX verlor 0,82 Prozent auf 28.628 Punkte.
Autoaktien gehörten zu den größten Verlierern. Besonders Unternehmen mit hohem Auslandsanteil wie Siemens Energy, Heidelberg Materials und BASF standen unter Druck. Auch der europäische Auto-Sektorindex verzeichnete ein Minus von drei Prozent und erreichte den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember. Laut der Deutschen Industrie- und Handelskammer berichteten 58 Prozent der im Ausland tätigen deutschen Firmen in den vergangenen zwölf Monaten von zunehmenden Handelsbarrieren, darunter lokale Vorschriften und Quotenregelungen.
Die EU kündigte eine entschlossene Reaktion an, sollte Washington an den Plänen festhalten. Dennoch betonte ein Sprecher der EU-Kommission, dass weiterhin eine Verhandlungslösung angestrebt werde. Die Handelsbeziehungen mit den USA seien von großer Bedeutung, man wolle diese nicht gefährden.
An der Wall Street zeigten sich die Kurse uneinheitlich. Auch dort belastete die Zollpolitik die Stimmung. US-Autobauer wie General Motors und Ford standen unter Druck, da ihre Produktionsketten stark von Kanada und Mexiko abhängen. Die möglichen Reaktionen anderer Länder könnten zusätzliche Belastungen mit sich bringen. Gleichzeitig schwächte sich der Dollar ab, während der Euro im Tagesverlauf zulegte. Analysten führten die Entwicklung auf die negativen Auswirkungen der Zölle auf die US-Wirtschaft zurück.
Zalando war der Tagesgewinner im DAX mit einem Plus von über drei Prozent. Der britische Konkurrent Next hatte mit positiven Geschäftszahlen für Auftrieb gesorgt. Symrise kündigte nach einem deutlichen Gewinnsprung eine Dividendenerhöhung an. Scout24 will ebenfalls die Dividende erhöhen. Der italienische Berlusconi-Konzern MediaForEurope legte ein Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1 vor, das zunächst negativ aufgenommen wurde. UniCredit sieht Potenzial in einem möglichen Ausstieg bei der Commerzbank. Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich rechnet trotz Konjunkturschwäche mit Zuwächsen im laufenden Jahr.
