ANZEIGE

DAX nahe Jahreshoch, China-Wachstum enttäuscht Anleger

Aktienmarkt bleibt stabil trotz verhaltener chinesischer Wachstumsprognose

2 Min
DAX nahe Jahreshoch, China-Wachstum enttäuscht Anleger

Zum Wochenstart bleibt der deutsche Aktienmarkt auf einem hohen Niveau und nahe seines Jahreshochs. Neue Impulse werden nun aus den Vereinigten Staaten erwartet. Allerdings gab es aus China einen Dämpfer für die Märkte.

Obwohl der DAX am Mittag etwas auf sein Kursfeuerwerk vom Freitag draufgesetzt hat, konnte er das bisherige Jahreshoch bei 15.658 Punkten nicht überwinden. In der Spitze legte der deutsche Leitindex bisher bis auf 15.651 Punkte zu, eher er dann abdrehte. Es sind jedoch keine größeren Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Zwischenspurt in Sicht, womit sich der DAX trotz kontinuierlich steigender Leitzinsen und hoher geostrategischer Risiken weiterhin robust zeigt. Rückenwind für das Tagesgeschäft kommt zudem von guten internationalen Vorgaben.

Trotz der anhaltenden Zinsängste und dem Inflationsdruck in der Eurozone bleibt der DAX stark. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits weitere Zinserhöhungen angekündigt, was bei Anlegern für Unruhe sorgt. "Inflation und immer wieder Inflation", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Er wies auf die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale hin. Die Märkte stehen fundamental zwischen anhaltenden Zinsängsten und der Hoffnung auf ein kräftiges Wiederanspringen der chinesischen Konjunktur nach dem Ende der Corona-Beschränkungen.

Allerdings gab es an den Märkten in China eine gewisse Enttäuschung, dass die Regierung in Peking auf dem derzeit tagenden Volkskongress des Landes ihre Wachstumsaussichten mit einem Ziel von fünf Prozent nach unten korrigiert hat, statt der vom Markt favorisierten 5,5 Prozent und mehr. Für China mit seinen 1,4 Milliarden Einwohnern gilt dieses Wachstum als eher gering. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen ein halbes Prozent verlor.

"Der DAX lässt sich von der Wall Street mitziehen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Spannend werde allerdings, ob sich auch über das bisherige Jahreshoch hinaus genügend Käufer finden werden. Außerdem versprühe der chinesische Volkskongress keine Zuversicht.

An den US-Märkten sorgten jüngste Aussagen von Bankern der US-Notenbank Federal Reserve für Erleichterung. Der Präsident des Fed-Ablegers in Atlanta favorisiert einen langsamen und gleichmäßigen Kurs der Zentralbank mit Zinserhöhungen um 25 Basispunkte, "da die Auswirkungen der höheren Zinsen erst im Frühjahr zu spüren sein könnten". Der Chef der Richmond-Sparte der Fed, Thomas Barkin, sagte am Freitagabend, dass die Inflation "wahrscheinlich ihren Höhepunkt überschritten hat".

Für den Euro gibt es wenig Veränderung bei ruhigem Handel anfangs des Tages. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs des Euro zum US-Dollar bei 1,0615 Dollar festgesetzt. Die Einzelhandelsumsätze aus der EU sind im Januar zwar angestiegen, blieben aber unter den Erwartungen. Im Monatsvergleich legten die Erlöse der Branche im Januar um 0,3 Prozent zu, wie das europäische Statistikamt Eurostat heute in Luxemburg mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt einen etwas stärkeren Anstieg um 0,6 Prozent erwartet. Der Zuwachs folgt auf einen Umsatzdämpfer im Dezember, als die Erlöse im wichtigen Weihnachtsgeschäft um 1,7 Prozent gesunken waren. Der Dezember-Rückschlag war aber nicht so stark wie bisher bekannt. Eurostat revidierte die Angaben deutlich nach oben. Zuvor war noch ein Rückgang um 2,7 Prozent gemeldet worden.

AktienIndizesBörseGeldpolitikDAXEZBChinaEuroFED

Meistgelesene News

  1. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  2. Bitcoin bei 63.591 Dollar – Volatilität auf Sechsmonatstief
  3. Nvidia-Ausblick treibt globale Märkte trotz makroökonomischer Risiken
  4. Lebensmittel- und Getränkeriesen kämpfen mit Lieferketten und Profitabilität
  5. N-Able-Aktie steigt nach Aufstockung des Rückkaufprogramms um 50 Mio. USD

Disclaimer