DAX nahe am Jahreshoch dank guter Vorgaben aus Übersee
BASF-Aktie im Fokus, 1&1 reicht Beschwerde gegen Vodafone beim Bundeskartellamt ein

Gute Nachrichten für den DAX: Die Überseebörsen haben ihm zum Wochenschluss Rückenwind gegeben und der deutsche Leitindex fehlt nur noch rund 100 Punkte bis zum Jahreshoch. Gestern erreichte er im Handelsverlauf ein Wochenhoch von 15.552 Punkten, was bedeutet, dass er nur noch diese Barriere überwinden muss, um das Jahreshoch bei 15.634 Zählern zu erreichen. Selbst das Rekordhoch bei 16.290 Punkten von Ende 2021 liegt nur noch gut fünf Prozent entfernt.
Die guten Vorgaben kommen von der Wall Street, wo der Dow-Jones-Index gestern 0,3 Prozent höher bei 33.153 Punkten schloss, während der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,7 Prozent auf 11.590 Zähler kletterte und der breit gefasste S&P 500 um 0,5 Prozent auf 4012 Stellen vorrückte. Es gab jedoch eine wilde Berg- und Talfahrt aufgrund neuer Konjunkturdaten, die Zinssorgen unter den Anlegern auslösten.
In Japan ist der Leitindex Nikkei am Morgen so stark gestiegen wie seit einem Monat nicht mehr. Mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 27.453 Punkte erholte er sich von seinem gestern markierten Einmonatstief. Anleger reagierten erleichtert auf eine Rede des künftigen Chefs der japanischen Zentralbank, Kazuo Ueda, der deutlich machte, dass er die ultralockere Geldpolitik der Bank of Japan vorerst beibehalten werde.
Im DAX rückt am Morgen die BASF-Aktie in den Fokus. Nach einem deutlichen Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr und den hohen Belastungen durch die Energiekrise streicht BASF weltweit 2600 Stellen. Von Einschnitten im Verbund am Standort Ludwigshafen sind zudem weitere rund 700 Stellen in der Produktion betroffen. Die Aussichten für das laufende Jahr sind trüb: 2023 stellt sich BASF auf einen weiteren deutlichen Ergebnisrückgang ein.
Der US-Flugzeugbauer Boeing hat erneut die Auslieferung seiner Langstreckenflieger 787 Dreamliner stoppen müssen. Grund dafür seien Probleme an einem Teil des Flugzeugrumpfes, teilte gestern die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mit. Der Konzern müsse nun "zusätzliche Analysen" für dieses Teil vornehmen. Die Auslieferung der Dreamliner dürfe erst wieder beginnen, wenn das Problem nach Ansicht der FAA "zufriedenstellend" gelöst sei.
Außerdem übernimmt der Luftverkehrskonzern IAG die spanische Fluggesellschaft Air Europa komplett. Mit dem Besitzer von Air Europa, dem spanischen Konzern Grupo Globalia, hat man eine Vereinbarung zur Übernahme der restlichen 80 Prozent des Kapitals der Airline für 400 Millionen Euro vereinbart, teilte der Mutterkonzern der Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am Abend in Madrid mit.
Die Telekom-Anbieter 1&1 sieht sich beim Ausbau seines 5G Mobilfunknetzes durch Vodafone behindert und will deshalb Beschwerde beim Bundeskartellamt einreichen. 1&1 hatte 2021 mit dem von Vodafone kontrollierten Unternehmen Vantage Towers die Mitnutzung von 3800 Antennenstandorten für das neue 1&1 Netz vereinbart, aber Vantage hat die vertraglichen Ausbauziele für 2022 nahezu komplett verfehlt. Der Euro im asiatischen Devisenhandel zeigt sich wenig bewegt bei 1,0599 Dollar, während der Goldpreis aktuell etwas anzieht und eine Feinunze Gold 1824 Dollar kostet.
