DAX nähert sich erneut der 24.000-Punkte-Marke
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Der deutsche Leitindex DAX hat gestern nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage an Schwung verloren. Gewinnmitnahmen drückten den Index im Tagesverlauf auf bis zu 23.843 Punkte, bevor er sich später erholen konnte. Zum Handelsschluss lag der DAX bei 23.999 Punkten, was einem Rückgang von 0,51 Prozent entspricht. Damit verfehlte der Index die runde Marke von 24.000 Punkten nur knapp. Unterstützung aus den Vereinigten Staaten blieb weitgehend aus, da die dortigen Börsen uneinheitlich tendierten und weiterhin von Haushaltsbedenken belastet werden.
Zu den wenigen Gewinnern im DAX zählten Siemens Energy mit einem Kursanstieg um 3,1 Prozent sowie Bayer mit einem Plus von 2,7 Prozent. Letzterer Konzern profitierte von der Zulassung seines Augenmittels Eylea in China. Marktbeobachter betonen jedoch, dass der deutsche Aktienmarkt strukturell robust bleibe. Der DAX notiere weiterhin deutlich über der technischen Unterstützungszone zwischen 23.450 und 23.500 Punkten.
Trotz der positiven Einschätzung fehlen laut Commerzbank derzeit neue Impulse, sowohl aus der Unternehmensberichterstattung als auch von makroökonomischer Seite. Die hohe Bewertung vieler Indizes und überkaufte Chartmuster erhöhten das Risiko von Rücksetzern. Auch Experten wie Christian Zoller von der ING verweisen auf zunehmende Ermüdungserscheinungen nach dem starken Kursanstieg seit April.
Der ifo-Geschäftsklimaindex legte im Mai leicht zu und erreichte 87,5 Punkte. Die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland bleibt dennoch bestehen. Laut OECD entwickelte sich die deutsche Wirtschaft zuletzt schwächer als jede andere G7-Nation. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent.
Die Europäische Zentralbank sieht die Inflation in der Eurozone auf dem Rückzug und zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich des mittelfristigen Erreichens ihres Inflationsziels. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel plädierte für eine weiterhin datengestützte Geldpolitik ohne Vorfestlegungen. In den USA hingegen machen steigende Anleiherenditen und Haushaltsdefizite den Märkten zu schaffen. Der Dow Jones verlor leicht, während der Nasdaq 100 zulegte.
Politisch sorgt in den USA ein umstrittenes Steuerpaket von Präsident Donald Trump für Unsicherheit. Nach dem Votum im Repräsentantenhaus fielen Aktien von Solarfirmen deutlich. Zudem belasteten neue Kontrollpläne der Gesundheitsbehörde CMS die Krankenversicherer. Der Bitcoin erreichte indes ein neues Rekordhoch von fast 112.000 Dollar.
