DAX legt kräftig zu nach US-Zinssignal
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Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag von der positiven Entwicklung an der Wall Street profitiert. Der DAX beendete den Handel mit einem Plus von 1,35 Prozent bei 23.674 Punkten und bewegte sich damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Auch der MDAX legte um 0,84 Prozent auf 30.480 Zähler zu. Ausschlaggebend waren vor allem die jüngsten geldpolitischen Signale der US-Notenbank und die Aufwärtsbewegung im Technologiesektor.
Die US-Notenbank Federal Reserve hatte am Vorabend den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt und weitere Senkungen für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Fed-Chef Jerome Powell betonte jedoch, dass die Schritte maßvoll bleiben sollen und keine aggressiven Senkungen vorgesehen sind. Anleger werteten dies dennoch als Bestätigung einer anhaltend lockeren Geldpolitik, die Investitionen in Technologieunternehmen begünstigt. Vor diesem Hintergrund standen besonders Tech-Werte im Fokus.
Im DAX führte SAP die Gewinnerliste mit einem Kursanstieg von mehr als fünf Prozent an. Auch Infineon sowie weitere Technologieaktien aus der zweiten Reihe verzeichneten deutliche Zuwächse. Im MDAX war Aixtron der Tagessieger mit einem Plus von über acht Prozent. International sorgte zudem die Nachricht für Aufmerksamkeit, dass der Chiphersteller Nvidia ein fünf Milliarden Dollar schweres Aktienpaket von Intel erworben hat. Beide Unternehmen planen eine Zusammenarbeit, die Intel stärker in die Infrastruktur der Künstlichen Intelligenz einbindet. Die Nvidia-Aktie legte daraufhin um gut zwei Prozent zu, während Intel fast ein Viertel an Wert gewann.
An der Wall Street setzten die großen Indizes ihre Rekordjagd fort. Der Nasdaq stieg auf ein neues Hoch von 22.540 Punkten, der Nasdaq 100 erreichte 24.554 Punkte. Auch S&P 500 und Dow Jones markierten neue Bestmarken. Marktbeobachter führten die Entwicklung unter anderem auf einen nachlassenden Druck am Arbeitsmarkt und die Abmilderung der Belastungen durch US-Einfuhrzölle zurück.
In Großbritannien entschied die Bank of England dagegen, den Leitzins bei 4,00 Prozent zu belassen. Angesichts einer weiterhin hohen Inflation von 3,8 Prozent hielten die Währungshüter eine erneute Senkung für verfrüht. Der Euro gab im Vergleich zum Dollar nach und wurde am Nachmittag bei 1,1773 Dollar gehandelt.
Auf Unternehmensseite stand die Abspaltung der Conti-Tochter Aumovio im Blickpunkt. Das neue Unternehmen wurde mit 3,5 Milliarden Euro bewertet und kurzzeitig in den DAX aufgenommen. Die Aktie startete mit 35 Euro und schloss bei 38,62 Euro. Continental-Aktionäre erhielten für je zwei Papiere eine zusätzliche Aumovio-Aktie.
Volkswagen kündigte an, die Produktion des Modells ID.3 weiterhin am Standort Zwickau fortzuführen. Der Reisekonzern TUI gab eine Partnerschaft mit der omanischen Tourismusgesellschaft Omran bekannt, um neue Hotels im Land aufzubauen. Zudem stellte der Meta-Konzern eine neue Datenbrille vor, die Informationen direkt im Glas anzeigen kann und ab Ende September in den USA erhältlich sein soll.
