DAX legt deutlich zu nach Kurseinbruch
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX hat sich gestern nach den jüngsten Kursverlusten deutlich erholt. Der deutsche Leitindex schloss bei 20.280 Punkten und verzeichnete damit ein Tagesplus von 2,48 Prozent. Auch der MDAX zeigte mit einem Anstieg um 3,78 Prozent auf 25.571 Punkte eine kräftige Gegenbewegung. Auslöser für die Kursgewinne waren laut Marktbeobachtern vor allem technische Faktoren. Viele Anleger nutzten das niedrigere Kursniveau nach dem Ausverkauf der Vortage zum Wiedereinstieg.
Bereits am Morgen überwand der DAX die Marke von 20.000 Punkten und erreichte im Tagesverlauf ein Hoch von 20.468 Zählern. Charttechniker bewerteten die Entwicklung als typische Reaktion auf eine zuvor überverkaufte Marktlage. Gleichzeitig wurde jedoch darauf hingewiesen, dass der mittelfristige und kurzfristige Trend weiter negativ sei und der Markt von Unsicherheit geprägt bleibe.
Ein ungelöstes Problem bleibt der schwelende Handelskonflikt mit den USA. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle und dessen harte Linie gegenüber China und der EU sorgen weiterhin für Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten. Analysten gehen deshalb davon aus, dass es sich bei der gestrigen Erholung lediglich um eine vorübergehende Stabilisierung handelt. Die US-Regierung zeigt bislang keine Bereitschaft, auf europäische Vorschläge einzugehen. Stattdessen forderte Trump höhere Energieimporte aus den USA.
China kündigte an, im Zollstreit mit den USA nicht nachzugeben. Ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking forderte die US-Regierung auf, wirtschaftliche Behinderungen zu unterlassen. Trump hatte zuvor mit weiteren Zöllen auf chinesische Waren gedroht. Auch ein Vorschlag der EU zum Aussetzen von Zöllen wurde von Trump abgelehnt.
Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls Kursgewinne. Anleger warten dort gespannt auf den Ausgang der Zollgespräche mit Japan und Südkorea. Einen Zeitplan für mögliche Ausnahmen bei den US-Zöllen gibt es bislang nicht. Die Preise für Rohöl blieben unterdessen weitgehend stabil, während der Eurokurs leicht nachgab.
Unternehmensseitig sorgten mehrere Nachrichten für Bewegung. Infineon kündigte einen Zukauf in den USA für 2,5 Milliarden Dollar an. Continental plant den Verkauf der Sparte ContiTech. Rüstungswerte legten deutlich zu. Porsche und Daimler Truck meldeten Absatzrückgänge, vor allem in China und Nordamerika. Borussia Dortmund muss längere Zeit auf den verletzten Nationalspieler Nico Schlotterbeck verzichten. Levi’s erwägt angesichts neuer US-Zölle Preiserhöhungen.
