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DAX-Konzerne spüren Auswirkungen der schwachen Konjunktur

Wachstum verlangsamt sich deutlich und bleibt sogar unterhalb der Inflationsrate

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DAX-Konzerne spüren Auswirkungen der schwachen Konjunktur

Die wirtschaftliche Flaute in Deutschland hinterlässt auch in den Bilanzen der führenden DAX-Unternehmen ihre Spuren. Obwohl die meisten Konzerne im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern konnten, verlangsamte sich das Wachstum deutlich und blieb sogar unterhalb der Inflationsrate.

Laut einer aktuellen Studie stiegen die Umsätze und Gewinne der größten börsennotierten Unternehmen zwischen April und Juni an. Dennoch zeigte sich eine uneinheitliche Entwicklung, da zahlreiche DAX-Konzerne niedrigere Erlöse und Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichneten. Die Beratungsgesellschaft EY hob in ihrer Untersuchung hervor, dass die schwache Konjunktur zunehmend Auswirkungen auf viele Unternehmen hat.

Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz der 40 im DAX gelisteten Unternehmen um 1,1 Prozent auf etwa 446 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der operative Gewinn wuchs ebenfalls um knapp drei Prozent auf 40,5 Milliarden Euro. Allerdings war der Vergleich zum Vorjahreszeitraum durch die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts stark beeinträchtigt.

Besonders auffällig ist, dass bei 14 Konzernen der Umsatz im Vorjahresvergleich rückläufig war und bei 18 Unternehmen der Gewinn sank. Henrik Ahlers von EY betonte, dass die Luft für viele Unternehmen nach einem starken Vorjahr nun dünn geworden sei. Es werde immer schwieriger, das hohe Gewinnniveau aufrechtzuerhalten.

In diesem Zusammenhang meldeten vor allem Chemieunternehmen eine geringere Nachfrage und korrigierten ihre Prognosen nach unten. So verzeichnete der größte Chemiekonzern BASF im zweiten Quartal einen erheblichen Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Erlöse sanken um ein Viertel auf 17,3 Milliarden Euro, während der Nettogewinn von gut zwei Milliarden Euro im Vorjahr auf 499 Millionen Euro zurückging.

Die Autokonzerne hingegen waren im zweiten Quartal der Wachstumsmotor. Sie profitierten von einem nachlassenden Chipmangel und erzielten Gewinne vor allem durch den Verkauf von Modellen mit Verbrennungsmotor. Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW zählten zu den profitabelsten Unternehmen mit jeweils 5,6 Milliarden Euro, 5,0 Milliarden Euro und 4,3 Milliarden Euro Gewinn. Die Deutsche Telekom landete mit einem operativen Gewinn von 5,2 Milliarden Euro auf dem zweiten Platz.

Trotz dieser positiven Entwicklungen analysierte EY, dass auch die Autobranche Herausforderungen bevorstehen. Die Auftragseingänge sind schwach, und aufgrund der Inflation, Konjunktursorgen und hoher Zinsen sinkt die Kaufbereitschaft der Kunden. Überschüssige Kapazitäten könnten bald die Margen beeinflussen.

Experten erwarten eine schwierige zweite Jahreshälfte, da Wachstumsimpulse fehlen und das geringe Umsatzwachstum durch die hohe Inflation aufgezehrt wird. Zudem mahnte Henrik Ahlers, dass das Kostenproblem in Deutschland immer drängender werde. Hohe Energiepreise führen dazu, dass Investitionen aufgeschoben und eine Produktionsverlagerung ins Ausland in Erwägung gezogen werde. Die komplexen und langwierigen Genehmigungsverfahren verstärken diesen Trend zusätzlich.

DAX

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