ANZEIGE

Dax-Konzerne bauen variable Vergütung aus

Neun Unternehmen haben Boni in den vergangenen fünf Jahren erhöht

2 Min
Dax-Konzerne bauen variable Vergütung aus

Die Bedeutung von Bonuszahlungen nimmt in den Unternehmen des DAX wieder zu. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter 25 der 40 börsennotierten Konzerne. Alle befragten Firmen zahlen Boni, 16 machten Angaben zur Entwicklung der vergangenen fünf Jahre. Neun Unternehmen erklärten, dass sie variable Vergütungen ausgeweitet haben, sieben berichteten von gleichbleibenden Regelungen.

Unter den Konzernen mit höheren Boni sind Bayer, Deutsche Bank, Merck, SAP, Siemens Healthineers, Siemens Energy, Symrise, Volkswagen und Vonovia. Keine Veränderungen meldeten Brenntag, Beiersdorf, Commerzbank, DHL, Eon, Heidelberg Materials und Rheinmetall.

Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass der Anteil der Unternehmen mit Bonuszahlungen von 59 Prozent im Jahr 2020 auf 77 Prozent im Jahr 2023 gestiegen ist.

Die Höhe der Boni variiert deutlich. Beiersdorf zahlt beim Erreichen der Unternehmensziele sechs Prozent des Jahresgehalts, Infineon im Schnitt acht Prozent. Bei der Commerzbank entspricht die erste Stufe im außertariflichen Bereich einem Monatsgehalt. DHL koppelt die Zahlungen an den Tarifvertrag, was ein bis zwei Monatsgehälter ermöglichen kann. SAP gewährt außerhalb des Vertriebs 15 bis 25 Prozent des Jahreszielgehalts, im Vertrieb bis zu 40 Prozent. Im Ausland, vor allem in den USA, sind für Vertriebsmitarbeiter nach Unternehmensangaben bis zu 60 Prozent möglich.

Nach Einschätzung von Vergütungsexperten und Wissenschaftlern spielen Boni vor allem dort eine Rolle, wo Leistung klar messbar ist, etwa im Vertrieb oder Investmentbanking. In anderen Bereichen hängt die Bewertung stärker vom Urteil der Führungskräfte ab.

Laut IAB und Forschern der Universität Tübingen wird der Bonus in großen Unternehmen wieder stärker an individuelle Leistungen gekoppelt. Zwischen 2020 und 2023 sank der Anteil des Teamerfolgs am Bonus von 22 auf 19 Prozent, während der Anteil der persönlichen Leistung auf 31 Prozent stieg. Besonders deutlich sei dieser Trend in Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten.

Einzelne Unternehmen sehen individuelle Boni kritisch. Infineon erklärte, die direkte Kopplung an persönliche Leistungen könne Teamarbeit schwächen und kurzfristiges Verhalten begünstigen. Siemens Energy betonte, monetäre Anreize allein reichten nicht aus, wichtiger sei ein als fair empfundenes Vergütungssystem.

Andere Konzerne wie die Deutsche Bank und die Commerzbank verweisen dagegen auf Vorteile individueller Boni. So könnten besonders engagierte Mitarbeiter gezielt honoriert werden.

Nach Angaben von BMW soll die Vergütung auf Leistung und Gegenleistung basieren. Der Konzern betont zugleich, eine Kultur der Leistungsbereitschaft und des persönlichen Engagements fördern zu wollen.

Meistgelesene News

  1. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  2. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte
  5. Nvidia dominiert KI-Markt: 5,2 Billionen Dollar Marktwert und neue Rekorde

Disclaimer