DAX knackt 21.000 Punkte und erreicht neues Hoch
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX setzte seinen jüngsten Rekordlauf fort und überschritt im Tagesverlauf die Marke von 21.000 Punkten. Am Ende des Handelstages schloss der deutsche Leitindex bei 20.990 Punkten, was einem Anstieg von 0,42 Prozent entsprach. Das neue Verlaufshoch lag bei 21.054 Zählern. Bereits Anfang Dezember wurde die Marke von 20.000 Punkten durchbrochen, nachdem im September 2024 die 19.000er-Grenze gefallen war. Der Index verzeichnete im vergangenen Jahr ein Plus von rund 19 Prozent, während er seit Jahresbeginn um weitere fünf Prozent zulegen konnte. Die Aussicht auf weiterhin niedrige Zinsen in den USA und der Euro-Zone hatte die Kauflaune der Anleger zuletzt gestärkt.
Die Amtseinführung von Donald Trump als neuer US-Präsident zog die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf sich. Experten bewerteten seine wirtschaftspolitischen Pläne als Unsicherheitsfaktor für Europa. Vor allem seine möglichen Zollerhöhungen könnten die Wirtschaft in der Euro-Zone belasten. Der Marktstratege Mathieu Savary von BCA Research betonte, dass die Unsicherheit der Hauptbelastungsfaktor für die Börse sei. Sollte es zu einer Einigung zwischen Europa und den USA kommen, könnte sich diese Lage jedoch entspannen.
Der MDAX konnte mit der Entwicklung des DAX nicht mithalten. Der Index der mittelgroßen Werte, der stärker auf den Heimatmarkt fokussiert ist, notierte im vergangenen Jahr schwächer und zeigte sich auch im laufenden Jahr bislang kaum verändert. Im Tagesverlauf stieg der MDAX um 0,65 Prozent auf 26.001 Zähler. Zu den Gewinnern im DAX gehörten insbesondere Autoaktien. Berichten zufolge werde Trump am ersten Tag seiner Amtszeit keine neuen Zölle einführen, sondern lediglich Untersuchungen zu Handelsdefiziten in Auftrag geben. Diese Nachricht sorgte für eine positive Marktreaktion.
Die Gemeinschaftswährung Euro stabilisierte sich weiter und notierte zuletzt bei 1,0430 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0316 US-Dollar fest. Hintergrund der Kursentwicklung waren Spekulationen über eine zögerliche Zollpolitik Trumps. Gleichzeitig sorgte die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve für eine verstärkte Nachfrage nach dem Dollar.
Die Rentenmärkte blieben angesichts der wirtschaftspolitischen Unsicherheiten skeptisch. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen lagen zuletzt bei 4,6 Prozent. In den vergangenen Tagen erreichten sie zeitweise 4,8 Prozent, was dem höchsten Stand seit Oktober 2023 entsprach. Experten warnten vor möglichen Turbulenzen auf dem Anleihemarkt, falls Investoren eine straffere Geldpolitik der Fed erwarteten.
Die Wall Street lieferte keine Impulse, da die Börsen aufgrund des Martin Luther King Day geschlossen blieben. Der Bitcoin zeigte sich dagegen in Rekordlaune und stieg auf bis zu 109.356 Dollar. Seit Trumps Wahlsieg hatte die Kryptowährung um fast 60 Prozent zugelegt. Anleger setzten darauf, dass der neue Präsident die Regulierung der Kryptomärkte lockern könnte. Auch eine nationale Bitcoin-Reserve der USA stand im Raum.
Die Ölpreise gaben den dritten Handelstag in Folge nach. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel unter 80 Dollar. Analysten führten dies auf Befürchtungen zurück, dass neue Handelsbarrieren das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnten. Hinzu kam die Erwartung einer stärkeren US-Förderung unter Trump.
Die Commerzbank-Aktie verzeichnete mit einem Plus von fast drei Prozent einen der größten Kursgewinne im DAX. Das Institut erwog laut einem Medienbericht den Abbau Tausender Arbeitsplätze, um sich gegen eine potenzielle Übernahme durch die UniCredit zu schützen. Diese Pläne sollten dem Betriebsrat in den kommenden Wochen vorgestellt werden.
Aktien von Rheinmetall erreichten ein neues Rekordhoch von über 700 Euro. Anleger spekulierten darauf, dass Trump erneut höhere Verteidigungsausgaben der NATO-Partner fordern würde. Zudem erhielt Rheinmetall einen Bundeswehr-Großauftrag über 568 Militär-Lastwagen. Das Bundeskartellamt genehmigte darüber hinaus ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo.
Der Bausoftware-Anbieter Nemetschek hatte seine Umsatzprognose für 2024 übertroffen. Die Erlöse stiegen um 17 Prozent auf 996 Millionen Euro. Wesentlich dazu beigetragen hatte der Kauf des Softwareanbieters GoCanvas. Die Aktie legte um mehr als acht Prozent zu und war damit der größte Gewinner im MDAX und TecDAX.
Lanxess profitierte von Vorzieheffekten bei Kundenbestellungen und konnte das operative Ergebnis im vierten Quartal über den Markterwartungen abschließen. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda erreichte 159 Millionen Euro. Trotz dieses Erfolgs sah der Konzern noch keine breite wirtschaftliche Erholung in seinen Kernindustrien.
Die Hypoport-Aktie legte kräftig zu, nachdem das Unternehmen von gesunkenen Zinsen und einer steigenden Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen profitierte. Das über die Plattform Europace vermittelte Finanzierungsvolumen stieg 2024 um 27 Prozent auf 66,1 Milliarden Euro.
Die Lufthansa hatte einen ersten Schritt zur Übernahme der italienischen Staatsairline Ita unternommen. Das Unternehmen leistete eine Kapitaleinlage von 325 Millionen Euro und sicherte sich damit 41 Prozent der Anteile. Die restlichen Anteile verblieben zunächst beim italienischen Staat. Die komplette Übernahme war bereits vertraglich geregelt.
Formycon konnte mit der EU-Zulassung eines neuen Augenheilmittels Kursgewinne verzeichnen. Das Medikament FYB203 wurde unter den Namen Ahzantive und Baiama vermarktet und konkurrierte mit Eylea von Bayer. Die Zulassung sorgte für positive Impulse an der Börse.
