DAX kämpft um 25.000-Punkte-Marke – Neue US-Zolldrohungen
Der deutsche Leitindex stabilisiert sich und notiert vorbörslich knapp unter der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Schwelle. Während Trump neue Zölle gegen Südkorea verhängt, zeigen sich die Märkte erstaunlich widerstandsfähig.

Der DAX zeigt sich am Dienstagmorgen von seiner stabilen Seite. Im vorbörslichen Handel taxiert der Broker IG den deutschen Leitindex 0,3 Prozent höher bei 24.998 Punkten. Damit bleibt das Anfang Januar erreichte Rekordhoch von 25.507 Zählern zwar noch außer Reichweite. Doch die Erholung von den Tiefstständen der Vorwoche setzt sich fort.
Am Montag hatte der DAX nahezu unverändert bei 24.933 Punkten geschlossen. "Der bremsende Faktor an den Aktienmärkten bleibt die politische Entwicklung in den USA", analysiert Christine Romar, Strategin bei CMC Markets.
Technische Hürde bei 24.902 Punkten
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage angespannt. Die Experten der Helaba verweisen auf die 21-Tagelinie bei aktuell 24.902 Punkten als entscheidende Marke. Erst eine deutliche Bewegung über diese Linie würde den Ausblick aufhellen und weiteres Aufwärtspotenzial signalisieren.
Trump verschärft Handelskonflikte – Südkorea im Visier
Frische Zolldrohungen aus Washington könnten heute die Märkte bewegen. US-Präsident Donald Trump hat die Importzölle auf südkoreanische Produkte von 15 auf 25 Prozent erhöht. Betroffen sind wichtige Exportgüter wie Autos, Medikamente, Halbleiter und Elektronik.
Als Begründung führt Trump eine noch ausstehende parlamentarische Ratifizierung einer Handelsvereinbarung aus dem Vorjahr an. Besonders die Automobilhersteller Kia und Hyundai sowie die südkoreanische Halbleiterindustrie dürften die höheren Abgaben zu spüren bekommen.
Asiatische Börsen zeigen sich gelassen
Die Reaktion der asiatischen Märkte fällt überraschend moderat aus. Der südkoreanische Kospi-Index klettert sogar um 0,8 Prozent. In Tokio gewinnt der Nikkei 0,5 Prozent auf 53.123 Punkte. Die chinesischen Handelsplätze bewegen sich seitwärts.
"Die neuen Zolldrohungen von Donald Trump konnten dem Markt bislang nicht schaden", konstatiert Thomas Altmann von QC Partners. Die Anleger hätten sich daran gewöhnt, dass nur ein Bruchteil der Drohungen tatsächlich umgesetzt werde. Der Markt sei gegenüber solchen Ankündigungen deutlich widerstandsfähiger geworden.
Wall Street mit Kursgewinnen – Fed-Sitzung im Fokus
Die US-Börsen hatten am Montag zugelegt. Der Dow Jones kletterte 0,6 Prozent auf 49.412 Punkte. Der S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 6.950 Zähler, während der Nasdaq 0,4 Prozent auf 23.601 Punkte zulegte.
Alle Augen richten sich nun auf die Federal Reserve. Die US-Notenbank beginnt heute ihre zweitägige Zinssitzung, der Zinsentscheid wird am Mittwoch erwartet. "Die anstehenden Unternehmensergebnisse werden die Stimmung im Tech-Sektor beeinflussen, aber die Fed wird wahrscheinlich die Schlagzeilen dominieren", prognostiziert Chris Larkin vom Broker E*Trade.
Puma vor chinesischem Großeinstieg
Am deutschen Aktienmarkt könnte die Puma-Aktie heute im Fokus stehen. Der chinesische Sportartikelhersteller Anta plant einen Einstieg beim Herzogenauracher Konzern. Für 1,5 Milliarden Euro will Anta rund 30 Prozent der Anteile von der Investmentgesellschaft der französischen Familie Pinault übernehmen.
Der Deal kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Puma kämpft mit schwächerer Nachfrage – im dritten Quartal 2025 brach der Umsatz um 15 Prozent ein. Mit dem chinesischen Partner an Bord hofft das Management auf eine Trendwende.
