DAX in Wartestellung vor Fed-Entscheid und Quartalszahlenflut
Das Marktupdate von Aktien.news

Der deutsche Leitindex DAX zeugt kaum Bewegung und hält sich weiterhin in einer Seitwärtsbewegung fest, die er in den vergangenen Tagen eingeschlagen hat. Die Anleger sind gespannt auf die Berichtssaison und den bevorstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed.
Aktuell wird der DAX vom Broker IG auf dem Niveau seines Vortagesschlusskurses von 16.200 Punkten taxiert. Die Unsicherheit vor der heutigen Abendentscheidung der US-Notenbank Fed über eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte hält Investoren davon ab, neue Käufe zu tätigen.
Dieser Zinsschritt markiert den Höhepunkt eines der schnellsten und schärfsten Straffungszyklen in der Geschichte der Fed. Allerdings bleibt unklar, ob die US-Notenbank damit den Zinsgipfel erreicht hat. Ökonomen und Anleger warten gespannt auf die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell, um Hinweise auf die künftige Geldpolitik zu erhalten.
Der DAX erhielt Unterstützung vom positiven Trend an den US-Börsen. Der S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 4567 Punkte, die Tech-Börse Nasdaq legte um 0,9 Prozent auf 14.144 Punkte zu und der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete den zwölften Handelstag in Folge mit Gewinnen und schloss 0,1 Prozent fester bei 35.438 Punkten - die längste Gewinn-Serie seit 1987.
In Asien halten sich die Anleger vor den Zinsentscheidungen wichtiger Zentralbanken, einschließlich der Bank of Japan (BoJ), mit Käufen zurück. Der japanische Leitindex Nikkei notierte kurz vor Handelsschluss in Tokio nahezu unverändert bei 32.686 Punkten, während die Börse in Shanghai aktuell 0,4 Prozent im Minus liegt.
Vor dem Fed-Entscheid bleibt der Dollar kaum verändert, und der Euro liegt bei 1,1048 Dollar. In den letzten Handelstagen hat die europäische Gemeinschaftswährung mehr als zwei Cent verloren. Die Feinunze Gold wird derzeit bei 1963 Dollar gehandelt und verzeichnet damit einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent.
Im Quartalsbericht des größten deutschen Geldhauses, der Deutschen Bank, zeigt sich ein Gewinnrückgang aufgrund von Umbauaufwendungen und Rechtsstreitigkeiten sowie einer höheren Risikovorsorge. Der Gewinn lag bei 763 Millionen Euro nach einer Milliarde Euro im Vorjahr. Obwohl die Deutsche Bank die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf, bleibt die Situation im Bankensektor weiterhin im Fokus der Anleger.
Der Energieversorger RWE konnte im ersten Halbjahr überraschend gute Ergebnisse vorlegen und erhöhte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr 2023. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes Ebitda von 7,1 bis 7,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 3,3 bis 3,8 Milliarden Euro.
Auch die Deutsche Börse verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatz- und Gewinnsprung, der durch gestiegene Zinsen und regen Handel mit Stromderivaten begünstigt wurde. Die Prognose für das Gesamtjahr 2023 wurde daraufhin angehoben.
Der Energieversorger Uniper erwartet für das Jahr 2023 einen Milliardengewinn aufgrund günstiger Gaspreisentwicklungen. Zudem erwägt das Unternehmen die Rückzahlung eines Teils der staatlichen Hilfen, die ihm vor dem Zusammenbruch gewährt wurden.
Im Technologiebereich verzeichnete Google deutliche Zuwächse bei Werbung rund um die Internetsuche und bei der Videoplattform YouTube. Das Unternehmen meldete einen Umsatzanstieg von sieben Prozent auf 74,6 Milliarden Dollar und einen Gewinnanstieg von 16 auf knapp 18,4 Milliarden Dollar.
Bei Microsoft schwächte sich das Wachstum im Cloud-Infrastrukturbereich im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 ab, was einige Anleger enttäuschte. Die Prognose für das laufende Vierteljahr wurde als zu niedrig angesehen, da die Wachstumsraten im Vergleich zu früheren Quartalen gesunken sind.
Der Markt bleibt gespannt auf die bevorstehenden Quartalsberichte und Zinsentscheidungen, während der DAX weiterhin in einer abwartenden Haltung verharrt. Die Anleger achten genau auf die geldpolitischen Signale der US-Notenbank und die Entwicklungen bei wichtigen Unternehmen weltweit.
