DAX im Rückwärtsgang trotz positiver Wochenbilanz
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Am heutigen Freitag wird der DAX voraussichtlich mit Verlusten in den Handelstag starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor Handelsbeginn 0,6 Prozent tiefer auf 15.122 Punkte. Diese Entwicklung dürfte viele Anleger verunsichern, denn trotz der Turbulenzen der vergangenen Woche hatte der DAX bislang eine positive Wochenbilanz aufzuweisen.
Marktexperte Stephen Innes von SPI Asset Management warnt Anleger davor, sich von der angespannten Ruhe nicht „einlullen“ zu lassen. Er betont, dass der Stress in der Bankenbranche die Märkte weiter beschäftigen werde.
Gestern war der DAX stabil bei 15.210 Punkten aus dem Handel gegangen, hatte dabei aber zunächst tief im Minus gelegen und bei 15.078 Zählern einen Tagestiefpunkt erreicht. Das Wochentief hatte nach der Notfallrettung der Credit Suisse durch die UBS am Montag sogar bei 14.458 Punkten gelegen, dem tiefsten Niveau seit der ersten Handelswoche im Januar. Dank kräftiger Erholung liegt der DAX derzeit auf Wochensicht aber sogar fast 3 Prozent im Plus.
Die US-Börsen zeigten sich gestern auf vorsichtigen Erholungskursen. Der Dow Jones gewann 0,2 Prozent auf 32.105 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte ein Prozent auf 11.787 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 3949 Punkte zu.
Mangels klarer Signale der US-Notenbank für eine Zinspause inmitten der Bankenturbulenzen hatten die Anleger am Mittwoch den Rückzug angetreten. Jetzt überwiege bei den Investoren die Zuversicht, dass der Zinsgipfel in Reichweite rücke, sagten Marktteilnehmer.
US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich erneut beruhigend zur Bankensituation geäußert. Sie versicherte, dass das Bankensystem solide sei. Die US-Bankenaufsicht und das Finanzministerium seien bereit, umfassende Einlagensicherungen für andere Banken zu übernehmen, wie sie es bei der gescheiterten Silicon Valley Bank und der Signature Bank getan hätten. Sie gab aber weiterhin keine von Bankern und der Wall Street erhoffte Pauschalgarantie für Kontoguthaben in US-Banken über der derzeitigen Grenze von 250.000 US-Dollar.
In Asien schloss der japanische Leitindex Nikkei 0,1 Prozent leichter auf 27.385,25 Punkten. Aus heute veröffentlichten Daten ging hervor, dass die Produktionstätigkeit in Japan im März den fünften Monat in Folge geschrumpft ist, was ein weiteres Indiz für eine stotternde globale Nachfrage ist. Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,4 Prozent.
