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DAX im freien Fall: Rezessionsängste verstärken sich

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DAX im freien Fall: Rezessionsängste verstärken sich

Die Aktienmärkte stehen derzeit stark unter Druck, da die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von neuen Rezessionsängsten überschattet wird. Auslöser für den Ausverkauf ist die schwache Entwicklung der Wall Street, die auch den DAX in die Tiefe zieht. Die Kapitalmärkte gönnen sich auch zum Wochenschluss keine Pause, wobei der Gegenwind vor allem aus New York kommt. Diese Daten deuten zwar auf eine baldige Zinssenkung der Fed im September hin, schüren aber gleichzeitig Rezessionssorgen. Auch die Auftragseingänge für die US-Industrie im Juni fielen schwach aus.

Die Themen an den Märkten haben sich verändert: Nach Monaten, in denen es hauptsächlich um die mögliche Zinswende der Fed ging, stehen nun Rezessionsängste im Vordergrund. Hinzu kommen enttäuschende Quartalsbilanzen aus dem Technologiesektor, wobei Intel und Amazon mit ihren Zahlen und Ausblicken die Erwartungen deutlich verfehlten. Auch die eskalierende Situation im Nahen Osten trägt zur Risikoaversion der Anleger bei.

Dieses ungünstige Gemisch belastet auch den heimischen Aktienmarkt erheblich. Schwächere Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone sind schon länger keine Seltenheit mehr, doch nun trübt die nachlassende Dynamik der US-Wirtschaft die fundamentalen Perspektiven zusätzlich ein. Der DAX, der bereits am Vortag Kursverluste hinnehmen musste, fiel erneut stark und schloss bei 17.661 Punkten, was einem Rückgang von 2,31 Prozent entspricht. Auf Wochensicht ergibt sich ein deutlicher Verlust von 4,1 Prozent. Auch der EuroStoxx 50 und andere europäische Handelsplätze gerieten stark unter Abgabedruck.

Die bisher günstigen Prognosen für die Aktienmärkte könnten nun zur Makulatur werden. Experten der Helaba kommentieren, dass lange Zeit ein goldenes Szenario erwartet wurde, in dem die Konjunktur läuft und die Notenbanken gleichzeitig die Zinsen senken. Diese Zweifel haben sich zuletzt verstärkt. Jochen Stanzl von CMC Markets betont, dass schlechte Nachrichten nun wirklich schlechte Nachrichten seien und die jüngsten Arbeitsmarktdaten die Angst vor einer Rezession verstärken. Aus technischer Sicht ist der DAX ebenfalls angeschlagen, und Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial bis zur Marke von 17.500 Punkten.

Während die Aussicht auf sinkende US-Zinsen die Rentenmärkte beflügelt, steigen die Renditen von US-Staatsanleihen und Bundesanleihen. Der US-Arbeitsmarktbericht zeigte, dass im Juli weitaus weniger Stellen geschaffen wurden als erwartet, und die Arbeitslosenquote stieg überraschend auf 4,3 Prozent. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Fed künftig stärker um das Beschäftigungsziel kümmern wird. Die schwachen Arbeitsmarktdaten haben die Anleger an den US-Märkten verunsichert, was zu weiteren Verlusten führte.

Die enttäuschenden Quartalszahlen von Intel und Amazon trugen ebenfalls zur negativen Stimmung bei. Intel kündigte die Streichung von 15.000 Stellen und die Einstellung der Dividendenzahlungen an, während Amazon mit seinem Ausblick enttäuschte. Diese Entwicklungen führten zu erheblichen Kursverlusten bei beiden Unternehmen.

Die aktuellen Marktverschiebungen haben auch den Goldpreis beeinflusst, der als sicherer Hafen erneut gefragt ist. Der Euro profitierte ebenfalls und legte im Handel deutlich zu.

Der deutsche Energiekonzern RWE plant eine Beteiligung am US-Versorger Calpine, was Teil eines größeren Investitionsprogramms in erneuerbare Energien und andere Zukunftstechnologien ist. Die Aktien von RWE gerieten jedoch unter Druck.

Im DAX waren auch die Aktien des Chipkonzerns Infineon von den schlechten Nachrichten aus der Halbleiterbranche betroffen und verloren deutlich an Wert. Weitere Unternehmen wie VW und TUI standen ebenfalls unter Druck, da negative Analystenstimmen und steigende Kosten die Aktienkurse belasteten.

Apple konnte trotz eines Umsatzrückgangs bei iPhones durch starke iPad-Verkäufe positive Quartalsergebnisse präsentieren, während Nintendo mit sinkenden Umsätzen seiner Switch-Konsole zu kämpfen hat. Im französischen Markt zeichnet sich eine mögliche Übernahme der AXA-Investmenttochter durch BNP Paribas ab.

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