DAX im Bann der US-Zinserwartungen
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Der deutsche Aktienmarkt wurde gestern stark von den Entwicklungen an der Wall Street beeinflusst, wobei die Erwartungen an eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve im Mittelpunkt standen. Der DAX, der deutsche Leitindex, erreichte nach einer freundlichen Eröffnung der US-Börsen am gestrigen Nachmittag ein Tageshoch von 18.551 Punkten, konnte jedoch seine Gewinne nicht vollständig halten. Zum Handelsschluss notierte der DAX bei 18.493 Punkten, was einem moderaten Anstieg von 0,24 Prozent entspricht. Der MDAX, der die mittelgroßen Werte abbildet, schloss ebenfalls leicht höher bei 24.967 Zählern, was einem Plus von 0,21 Prozent entsprach. Die Marke von 18.500 Punkten, die als bedeutender charttechnischer Widerstand gilt, war im Verlauf des Tages stark umkämpft.
Auf dem weiteren Weg des DAX nach oben wird die morgige Rede von Federal-Reserve-Chef Jerome Powell im Rahmen des Notenbankertreffens in Jackson Hole, Wyoming, von entscheidender Bedeutung sein. Es wird erwartet, dass Powell Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank gibt. Die Möglichkeit einer Zinssenkung wird von den Märkten bereits fest eingepreist. Susan Collins, die Chefin der regionalen Notenbank von Boston, deutete ebenfalls an, dass eine Lockerung der Geldpolitik bald angebracht sein könnte. Diese Entwicklungen haben weltweit die Finanzmärkte in Bewegung versetzt, wobei die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA eine zentrale Rolle spielt.
Die schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland wurden vom Markt weitgehend ignoriert. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel im August auf 48,5 Punkte, was ein Fünfmonatstief markiert und deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt. Dies zeigt eine vertiefte Rezession in der deutschen Industrie, was die Notwendigkeit einer geldpolitischen Unterstützung verdeutlicht. Auch der Euro geriet unter Druck und notierte am späten Nachmittag bei einem Tagestief von 1,1104 Dollar, nachdem enttäuschende deutsche Konjunkturdaten bekannt wurden.
In den USA führten uneinheitliche PMI-Daten zu gemischten Reaktionen an den Märkten. Während der Dienstleistungssektor stärker als erwartet abschnitt, enttäuschte der Industriesektor. Gleichzeitig wurden die Zinshoffnungen durch die nur leicht gestiegenen wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unterstützt. Die Wall Street reagierte dennoch verhalten, mit einem Rückgang der wichtigen Indizes, wobei die Rede von Powell weiterhin im Fokus der Anleger steht.
