DAX im Aufwind: Börsenrallye trotz Unsicherheit
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Der deutsche Leitindex DAX konnte zum Wochenstart nach einem wechselvollen Handel positive Signale verzeichnen. Trotz anfänglich holprigem Kursverlauf gelang es dem DAX, sich am gestrigen Nachmittag zu erholen und den Handelstag mit einem Gewinn von 0,74 Prozent bei 16.716 Punkten abzuschließen. Dieser Anstieg folgte einer ebenfalls erholten Wall Street, und der Index rückte erneut über die Marke von 16.700 Punkten. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte konnte seinen jüngsten Negativlauf stoppen und schloss mit einem Gewinn von 0,99 Prozent bei 26.316 Punkten.
Trotz dieser Gewinne ist die Unsicherheit über die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) weiterhin ein bedeutender Faktor für die Börse. Die Fed hatte zwar Zinssenkungen signalisiert, jedoch sind Zeitpunkt und Umfang dieser Maßnahmen noch unklar. In diesem Zusammenhang betonten führende Fed-Banker die Wichtigkeit der Inflationsbekämpfung, was die Erwartungen an Zinssenkungen auf die Probe stellt, sollte die Inflation wieder ansteigen.
Ralf Umlauf von der Helaba merkt an: "Die ungeachtet der Korrektur in der letzten Woche noch immer sehr ausgeprägten Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed werden erneut auf die Probe gestellt, wenn die Inflation wieder zulegt."
In den kommenden Tagen startet die Berichtssaison in den USA, und Unternehmen wie J.P. Morgan, Bank of America und Citigroup werden ihre Zahlen für das vierte Quartal 2023 veröffentlichen. Dies wird die Investoren aufmerksam verfolgen, da die Bewertungen bereits hoch sind und die Gefahr von Enttäuschungen während der Berichtssaison besteht.
Die Eurokurse zeigten am Nachmittag eine leichte Erholung und handelten bei 1,0974 Dollar, was einem Anstieg von 0,3 Prozent entspricht. Diese Bewegung wurde durch die Unsicherheit auf dem US-Markt und die bevorstehenden US-Inflationsdaten für Dezember beeinflusst. Diese Daten könnten Auswirkungen auf die Geldpolitik der US-Notenbank haben, die ihre Leitzinsen zuletzt nicht weiter erhöht hat.
In der deutschen Industrie sendeten die Daten gemischte Signale. Während die Exporte im November um 3,7 Prozent stiegen, stagnierten die Neuaufträge nahezu und die Umsätze schrumpften sogar. Experten sind daher ernüchtert und betonen, dass das weltwirtschaftliche Umfeld schwach ist und die Aussichten für Investitionen ungünstig sind.
Die Ölpreise verzeichneten deutliche Verluste, da Saudi-Arabien die offiziellen Verkaufspreise für Öl gesenkt hat, was auf eine sich verschlechternde globale Nachfrage hinweist. Der deutsche Diagnostikkonzern Qiagen kündigte an, bis zu 300 Millionen Dollar an seine Aktionäre zurückzugeben, und die Airbus-Aktien stiegen aufgrund eines vorübergehenden Flugverbots für bestimmte Boeing-Maschinen.
In der Biotech-Branche erhielt Evotec eine Meilensteinzahlung von 25 Millionen Dollar von Bristol Myers Squibb für ihre Zusammenarbeit in der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen. Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis vertagt die Entlastung seines Vorstands und Aufsichtsrats aufgrund von Diebstahl- und Betrugsfällen, während Hans-Joachim Watzke im Herbst 2025 aus der Geschäftsführung von Borussia Dortmund ausscheiden wird.
Der französische Stromkonzern EDF treibt Pläne für eine Verwertungsanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott am Standort Fessenheim voran und plant, die Öffentlichkeit in Deutschland in den Genehmigungsprozess einzubeziehen.
Die weltweit wichtigste Technikmesse CES in Las Vegas startete heute mit einem Medientag, auf dem Unternehmen wie Samsung, LG und Sony ihre Neuheiten vorstellten. Ein weiteres Highlight ist die bevorstehende Veröffentlichung der Apple Vision Pro, einer teuren Datenbrille, die virtuelle Inhalte in die reale Umgebung einbettet und den Markt für VR-Brillen in Bewegung bringt.
