DAX hält 24.000 Punkte ohne Schwung
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Der deutsche Aktienmarkt bleibt auch am Donnerstag ohne klare Richtung. Zwar konnte der DAX die runde Marke von 24.000 Punkten verteidigen, doch über einen leichten Zugewinn kam der Leitindex nicht hinaus. Nach einem kurzen Anstieg auf 24.206 Punkte im frühen Handel setzte wieder Zurückhaltung ein, zwischenzeitlich fiel der Index sogar knapp unter die Marke von 24.000 Punkten. Zum Schlusskurs stand ein kleines Minus von 0,03 Prozent auf 24.039 Zähler. Damit hat der DAX den dritten Handelstag in Folge leicht nachgegeben. Experten betonen, dass ein nachhaltiger Rutsch unter die 24.000 Punkte vermieden werden müsse, um eine Stabilisierung zu gewährleisten. Der MDAX beendete den Handelstag 0,41 Prozent tiefer bei 30.358 Punkten.
Im Fokus der Anleger stehen derzeit weniger Unternehmenszahlen, sondern Konjunkturdaten und die Zinsentscheidungen der Notenbanken. Während die Federal Reserve in den USA über ihren weiteren Kurs debattiert, hat die Europäische Zentralbank ihren Zinssenkungszyklus nach sieben Schritten zuletzt im Juli unterbrochen. Für die nächste Sitzung am 11. September wird nach Veröffentlichung der jüngsten Protokolle ebenfalls mit einer Pause gerechnet. Die Notenbanker sehen darin einen robusten Ansatz, um flexibel auf mögliche Risiken reagieren zu können. Besonders aufmerksam werden die Märkte am Freitag auf die Inflationsdaten aus Deutschland, Frankreich und Spanien blicken. Für Deutschland wird eine Inflationsrate von exakt 2,0 Prozent erwartet, was dem Zielwert der EZB entspricht.
Unter den DAX-Werten setzte sich Siemens mit einem Kursplus von 1,6 Prozent an die Spitze. Rückenwind kam von einer positiven Einstufung durch JPMorgan, deren Analysten der Aktie ein Kursziel von 300 Euro zutrauen. Auch Infineon konnte nach der Veröffentlichung starker Quartalszahlen des US-Chipherstellers Nvidia profitieren. Nvidia steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 46,74 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen, auch wenn die erhoffte Signalwirkung für den Gesamtmarkt ausblieb.
Im Autosektor sorgten steigende Verkaufszahlen in Europa für Nachfrage. Nach einem Rückgang im Juni stieg der Absatz im Juli um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragt waren Hybridfahrzeuge, die inzwischen ein gutes Drittel des Marktes ausmachen. Elektroautos legten ihren Marktanteil leicht auf 15,6 Prozent zu. BMW-Chef Oliver Zipse sieht die Branche vor einer grundlegenden Neuordnung und sprach von einer absehbaren Schwäche Teslas.
Zu den Verlierern im DAX zählten Qiagen mit einem Minus von 4,2 Prozent nach einer Ankündigung zur Anleihenplatzierung. An der Wall Street blieb die Stimmung ebenfalls verhalten, lediglich die Nasdaq zeigte mit einem kleinen Plus Bewegung.
In den USA wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet, das Bruttoinlandsprodukt legte annualisiert um 3,3 Prozent zu. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank zuletzt, was auf einen robusten Arbeitsmarkt hindeutet.
Für Schlagzeilen sorgten daneben mehrere Unternehmensmeldungen. Der Arzneihersteller Stada plant nach einer Verschiebung im Frühjahr nun für den Herbst einen milliardenschweren Börsengang in Frankfurt. Delivery Hero meldete einen deutlichen Gewinnsprung im ersten Halbjahr bei gestiegenem Umsatz. Zudem kündigte der tschechische Investor PPF seinen Ausstieg bei ProSiebenSat.1 an, wodurch der Weg für eine Übernahme durch die italienische Medienholding MFE-MediaForEurope frei wird.
