DAX fällt unter 24.000 Punkte
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Der DAX hat die Handelswoche mit deutlichen Verlusten abgeschlossen und ist unter die Marke von 24.000 Punkten gefallen. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex bei 23.902 Zählern, was einem Minus von 0,6 Prozent entspricht. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Rückgang von 1,9 Prozent. Im gesamten August hielt sich das Minus mit 0,7 Prozent dagegen in Grenzen, während der DAX seit Jahresbeginn trotz der jüngsten Schwächephase noch immer ein Plus von 20 Prozent aufweist.
Charttechnisch gilt die 24.000-Punkte-Marke als wichtige Schwelle. Ein nachhaltiger Fall darunter könnte laut Experten weitere Verkäufe auslösen. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar verweist auf eine mögliche Haltelinie bei 23.500 Punkten, nachdem der Index im Juli noch ein Rekordhoch bei 24.639 Punkten erreicht hatte. Analysten verweisen zudem auf die Saisonalität: Der September gilt historisch als schwacher Börsenmonat. IG-Marktanalyst Christian Henke spricht von einer ungünstigen Statistik, sieht jedoch für den Herbst die Aussicht auf eine stärkere Phase.
Die jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland belasten die Stimmung zusätzlich. Die Verbraucherpreise lagen im August um 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Juni und Juli waren es jeweils 2,0 Prozent gewesen. Von Juli auf August stiegen die Preise um 0,1 Prozent. Experten rechnen damit, dass sich die Teuerungsrate in den kommenden Monaten weiterhin leicht über zwei Prozent halten könnte. Für die Europäische Zentralbank ist dies ein wichtiger Faktor, da die Märkte auf sinkende Leitzinsen hoffen. Allerdings könnte die Entwicklung die Erwartung einer Lockerung im September dämpfen.
Auch an der Wall Street setzte es vor dem Wochenende Verluste. Der Dow Jones Industrial fiel um 0,4 Prozent auf 45.450 Punkte, der S&P 500 um 0,7 Prozent auf 6.454 Zähler. Besonders deutlich gab der Nasdaq 100 nach, er verlor 1,3 Prozent auf 23.403 Punkte. Da in den USA am Montag ein Feiertag ansteht, neigen viele Investoren vor dem langen Wochenende zu Gewinnmitnahmen. Begleitet wird das Geschehen von politischen Spannungen: Präsident Donald Trump hatte zuletzt Fed-Gouverneurin Lisa Cook entlassen, was Debatten über die Unabhängigkeit der Notenbank auslöste.
Unter den deutschen Aktien gehörten Rüstungswerte zu den Favoriten. Rheinmetall führte den DAX an, während Hensoldt und Renk im MDAX gefragt waren. Parallel dazu tagten in Toulon der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrats.
Unternehmensseitig sorgte eine Reihe von Meldungen für Bewegung. PayPal kündigte an, nach einer milliardenschweren Sicherheitspanne betroffene Händler vollständig zu entschädigen. Beim Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer kommt es zum Wechsel des Finanzchefs, Bernd Metzner wird durch Wolf Lehmann ersetzt. Zudem haben sich mehr als 15.000 Hotels in Europa einer Klage gegen Booking.com angeschlossen, um Schadensersatz für Preisbindungen der vergangenen zwei Jahrzehnte einzufordern.
Bei den Einzelwerten setzten die Aktien von Tonies ihre Erholungsrally fort, nachdem neue Produkte vorgestellt wurden. Nvidia stellte in Aussicht, dass Gespräche über eine China-Ausfuhr des neuen KI-Chips noch Zeit benötigen. In den USA gerieten Gap und Caterpillar unter Druck: Gap senkte seine Margenerwartung, während Caterpillar Importzölle von bis zu 1,8 Milliarden Dollar als Belastung ausweist.
