DAX fällt nach Merz-Wahl ins Minus
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Der Deutsche Aktienindex DAX hat gestern nach einer Serie von neun Gewinntagen erstmals wieder Verluste verbucht. Ausschlaggebend war die zunächst gescheiterte Wahl von CDU-Chef Friedrich Merz zum Bundeskanzler, die zwischenzeitlich für deutliche Verunsicherung unter Anlegern sorgte. Der Leitindex fiel dabei kurzzeitig unter die Marke von 23.000 Punkten, konnte jedoch nach dem erfolgreichen zweiten Wahlgang einen Teil der Verluste wieder aufholen. Zum Handelsschluss lag der DAX mit einem Minus von 0,41 Prozent bei 23.249 Punkten.
Ökonomen zeigten sich erleichtert über den Ausgang der Kanzlerwahl im zweiten Anlauf. Die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit der Regierung sei unter den aktuellen geopolitischen Bedingungen von großer Bedeutung. Investitionsprogramme in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur gelten nun wieder als umsetzbar. Diese Programme hatten bereits im März für eine starke Kursentwicklung am Aktienmarkt gesorgt, die den DAX auf ein Rekordhoch getrieben hatte.
Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag der Commerzbank beleuchtet gleichzeitig die schwierige Lage des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Nur zehn Prozent der befragten 1.525 Unternehmen bewerten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als gut oder sehr gut. Ein Großteil kritisiert übermäßige Bürokratie, hohe Energiekosten und eine mangelnde Digitalisierung. Der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Problem: 84 Prozent der Unternehmen berichten laut einer IAB-Studie von Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden.
Auch an den US-Börsen ging es abwärts. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent und notierte bei 41.045 Punkten. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 gaben um 0,5 beziehungsweise 0,8 Prozent nach. Hintergrund sind unter anderem schwache Unternehmenszahlen sowie neue Unsicherheiten wegen drohender US-Zölle unter Präsident Trump. Das Handelsbilanzdefizit der USA erreichte im März mit 140,5 Milliarden Dollar ein Rekordhoch.
Trotz der politischen Unsicherheiten zeigte sich der Euro stabil und legte gegenüber dem US-Dollar leicht zu. An den Rohstoffmärkten zogen die Ölpreise an. Anleger nutzten das niedrige Preisniveau für Käufe. Unternehmensseitig gab es positive Meldungen unter anderem von Fresenius Medical Care, Continental, MTU, Ferrari und Zalando. Dagegen reagierten Philips und Ford mit Prognosekorrekturen auf die Folgen der US-Zölle.
