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DAX erreicht Rekordhoch, US-Schuldengrenze belastet Wall Street

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DAX erreicht Rekordhoch, US-Schuldengrenze belastet Wall Street

Am vergangenen Freitag sorgte der DAX für Schlagzeilen, als er erstmals in seiner Geschichte die Marke von 16.300 Punkten übersprang und im Handelsverlauf knapp 16.332 Zähler erreichte. Damit übertraf er die alte Bestmarke von 16.290 Punkten, die im November 2021 aufgestellt wurde. Der deutsche Leitindex konnte sein hohes Niveau jedoch nicht halten und schloss mit einem Aufschlag von noch 0,7 Prozent auf 16.275 Punkte. Insgesamt konnte der DAX in dieser Handelswoche rund zwei Prozent zulegen.

Der positive Trend wurde jedoch durch die Nachricht belastet, dass die Gespräche zwischen den Demokraten und Republikanern über die Anhebung der Schuldengrenze in den USA ins Stocken geraten sind. Diese Nachricht sorgte für Unsicherheit an den internationalen Aktienmärkten und schwächte die US-Indizes. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent und schloss bei 33.426,63 Punkten, während der marktbreite S&P 500 um 0,1 Prozent auf 4.191,98 Zähler fiel. Der Technologieindex Nasdaq 100 gab um 0,2 Prozent auf 13.803,49 Punkte nach.

Die Verhandlungen zwischen den Republikanern im Repräsentantenhaus und der demokratischen Regierung gestalteten sich schwierig. Garret Graves, der mit der Leitung der Gespräche beauftragte republikanische Abgeordnete, erklärte nach einer einstündigen Sitzung, dass es Zeit für eine Pause sei. Es bestehen noch Differenzen zwischen den beiden Parteien.

Trotz des Rekordhochs des DAX bleiben die Investoren vorsichtig optimistisch. Sie hoffen weiterhin auf Kursgewinne, jedoch könnte der Rückschlag gegen Handelsende einige Optimisten nachdenklich stimmen. Der Schuldenstreit in den USA ist noch nicht vom Tisch, und es bleibt abzuwarten, ob sich die Parteien einigen können. Sollte der DAX seinen Aufwärtstrend fortsetzen, könnten neue Höchststände erreicht werden, wie Christian Henke vom Broker IG prognostiziert. Das nächste Etappenziel wäre dann die nächste runde Zahl bei 17.000 Zählern. Im Vergleich dazu notierte der DAX im September des vergangenen Jahres noch bei rund 12.000 Punkten.

Die Gründe für den Höhenflug des DAX lagen in der Hoffnung auf eine Einigung im US-Schuldenstreit. Präsident Joe Biden und der führende Kongressabgeordnete Kevin McCarthy bekräftigten ihre Entschlossenheit, eine rasche Einigung zu erzielen. Diese Hoffnung hielt die Anleger bei der Stange und lenkte ihre Aufmerksamkeit vorübergehend von den Inflations- und Rezessionssorgen ab. Dennoch bestehen Restzweifel, solange ein finaler Durchbruch in den Verhandlungen nicht erzielt wurde.

Trotz des Rekordhochs des DAX gibt es auch skeptische Stimmen am Markt. Viele Anleger haben die Rally verpasst und müssen nun verzweifelt hinterherkaufen. Dies erscheint jedoch absurd, da den Börsenrekorden ein erheblicher Gegenwind in Form steigender Zinsen und bestenfalls mittelmäßiger Wirtschaftsdaten entgegensteht, so Analyst Daniel Saurenz von Feingold Research. Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades warnt ebenfalls vor möglichen Risiken wie der hartnäckigen Inflation, der nachlassenden Erholungsdynamik in China, der Straffung der Geldpolitik sowie den Schwächen bei den US-Beschäftigungsdaten und im Bankensektor. Diese Faktoren könnten weiterhin dunkle Wolken über den Anlegern schweben lassen.

Auch die globale Konjunkturerholung verläuft möglicherweise langsamer als erhofft. Das überraschend geringe Wachstum der chinesischen Industrieproduktion und der Konsumausgaben verstärkte die Sorgen hinsichtlich der Konjunkturerholung des Landes. Dies ist von großer Bedeutung für die Weltwirtschaft. In der Eurozone bleibt die konjunkturelle Lage ebenfalls angespannt, da die wirtschaftliche Erholung auf wackligen Füßen steht. Die deutlichen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank seit Mitte 2022 könnten die Binnennachfrage spürbar bremsen.

Die Spannungen zwischen den USA und China bezüglich der Unabhängigkeit Taiwans bergen Risiken für die Weltwirtschaft. Westliche Staaten sorgen sich auch um ihre Abhängigkeit von China bei der Versorgung mit Rohstoffen, Pharmaprodukten und Elektronikchips. Obwohl sie gegensteuern, wird es Jahre dauern, ausreichend eigene Kapazitäten aufzubauen. Der Chefvolkswirt der Allianz, Ludovic Subran, warnt vor einer möglichen neuen Protektionismus-Phase.

Die weitere Entwicklung des DAX in der kommenden Woche hängt auch von der Wall Street ab. Die Anleger dort sind deutlich zurückhaltender. Der Dow Jones sank um 0,5 Prozent auf 33.368 Punkte, während der breiter gefasste S&P 500 und der Technologiebörse Nasdaq-Index ebenfalls zurückgingen.

Neben den Entwicklungen auf den Aktienmärkten gab es auch interessante Neuigkeiten von Unternehmen. Adidas plant, trotz der Trennung von Rapper Kanye West, weiterhin Teile des Bestandes der gemeinsam auf den Markt gebrachten Produkte der "Yeezy"-Reihe zu verkaufen. Ein "signifikanter Betrag" soll an Organisationen gespendet werden, die sich gegen Diskriminierung und Hass, einschließlich Rassismus und Antisemitismus, einsetzen. Der Verkauf der ersten "Yeezy"-Produkte soll noch im Mai starten, hat aber bereits im ersten Quartal zu einem Verlust von 24 Millionen Euro für den Sportartikelhersteller geführt.

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