DAX erreicht neues Rekordhoch und bleibt auf Kurs
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX hat gestern die Marke von 23.000 Punkten überschritten und erreichte im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch von 23.307 Punkten. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex bei 23.147 Punkten, was einem Anstieg von 2,64 Prozent entspricht. Auch der MDAX konnte zulegen und stieg um 2,45 Prozent auf 28.990 Punkte. Damit setzt sich der positive Trend an den deutschen Börsen fort. Seit Jahresbeginn hat der DAX rund 16 Prozent zugelegt.
Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung leistete die gestiegene Nachfrage nach Rüstungsaktien. Ausgelöst wurde dieser Trend durch das gescheiterte Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump, seinem Vizepräsidenten J.D. Vance und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nach heftigen Vorwürfen von Seiten der US-Regierung wurden die Gespräche abrupt abgebrochen. Dieser diplomatische Eklat verstärkte in Europa die Diskussion über eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigte die Notwendigkeit einer militärischen Stärkung und plant, den EU-Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Wiederaufrüstungsplan vorzulegen.
Die Aktien von Rüstungsunternehmen reagierten mit deutlichen Kursgewinnen. Rheinmetall führte den DAX mit einem Anstieg von 13,7 Prozent an und setzte seine Rallye der vergangenen Tage fort. Bereits am Freitag hatte das Papier die Marke von 1.000 Euro überschritten und notierte zuletzt bei 1.144,50 Euro. Auch Airbus konnte Zugewinne verzeichnen. Im MDAX sprang die Aktie von Hensoldt um 23 Prozent nach oben. Analysten erwarten, dass viele NATO-Staaten ihre Verteidigungsbudgets weiter erhöhen werden, was zu positiven Aussichten für die Branche führt.
Auch Autoaktien profitierten von politischen Entwicklungen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte an, den Autobauern mehr Zeit zur Einhaltung der CO2-Vorgaben einzuräumen. Die Aussicht auf einen Aufschub der strengen Emissionsvorschriften sorgte für steigende Kurse im Automobilsektor.
Unterdessen bleibt die Geldpolitik ein entscheidender Faktor für die Finanzmärkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte am Donnerstag eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte beschließen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte die Notenbank die Zinsen mehrfach gesenkt, um das Wirtschaftswachstum zu stützen. Neue Inflationsdaten zeigen, dass die Verbraucherpreise im Februar nur noch um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, was den Spielraum für weitere Zinssenkungen erhöht.
Am Kryptomarkt zeigte sich der Bitcoin stabil. Nach einem Anstieg auf bis zu 95.000 Dollar am Wochenende pendelte sich die Kryptowährung am Montag bei rund 90.000 Dollar ein. US-Präsident Trump hatte zuvor erklärt, dass Kryptowährungen in eine strategische Reserve der USA aufgenommen werden könnten.
Der Euro konnte sich nach den Verlusten der Vorwoche stabilisieren und legte auf 1,0496 Dollar zu. Am Rentenmarkt hingegen fielen die Kurse, während die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf knapp 2,5 Prozent stiegen. In den USA herrscht an der Wall Street weiterhin Zurückhaltung. Die Einführung neuer Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko sorgt für Unsicherheit.
Tesla-Aktien verzeichneten nach starken Verlusten im Februar eine leichte Erholung. Der Elektroautohersteller hatte in den vergangenen Wochen 28 Prozent an Wert eingebüßt, was den größten monatlichen Rückgang seit zwei Jahren darstellt. Experten warnen, dass die enge Verbindung von Firmenchef Elon Musk zur neuen US-Regierung das Image von Tesla belasten könnte.
Die US-Industrie zeigte sich schwächer. Der Einkaufsmanagerindex sank von 50,9 auf 50,3 Punkte und deutet damit auf ein nachlassendes Wachstum hin. In Deutschland kündigte die Telekom die Markteinführung eines neuen Smartphones mit künstlicher Intelligenz an. Das sogenannte KI-Phone soll Nutzern ein app-freies Erlebnis bieten.
Im Bergbausektor gab es positive Nachrichten für die Beschäftigten des Unternehmens K+S. Der Konzern hat eine Verlängerung der bestehenden Arbeitsplatzsicherung bis 2028 vereinbart und eine Gehaltserhöhung um 3,2 Prozent beschlossen. Die wöchentliche Arbeitszeit bleibt weiterhin bei 40 Stunden.
