DAX erreicht neues Rekordhoch trotz Unsicherheiten
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Der deutsche Leitindex DAX setzte seine Rekordjagd fort und überschritt erneut frühere Höchststände. Zum Handelsschluss notierte der Index bei 21.411 Punkten und lag damit 0,74 Zähler über dem Vortagesschluss. Bereits zuvor hatte der DAX sein Rekordhoch von 21.330 Punkten leicht übertroffen, bevor er gegen Ende der Sitzung noch an Dynamik gewann. Bereits am Montag hatte der Index erstmals die Marke von 21.000 Punkten überschritten und seither kontinuierlich neue Höchststände erreicht.
Investoren bewerteten offenbar die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Trump-Regierung als vorteilhaft für europäische Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu den USA. Die bestehenden Zoll-Drohungen des US-Präsidenten schienen hingegen kaum Einfluss auf das Marktgeschehen zu haben. Während der DAX kontinuierlich stieg, blieb der MDAX, der mittelgroße Unternehmen umfasst, hinter den Erwartungen zurück. Der Index verlor zuletzt 0,4 Prozent und fiel auf 25.951 Punkte.
Für zusätzliche Impulse sorgte eine Videoansprache von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Darin bestätigte er seine "America First"-Agenda und erneuerte seine Drohungen bezüglich Importzöllen. Gleichzeitig kündigte er jedoch deutliche Steuersenkungen für Unternehmen an, die in den USA produzieren. Darüber hinaus betonte Trump seine Pläne zur Förderung von Öl und Gas, womit er sich offiziell vom Klimaschutz abwandte. Die Ölpreise gaben daraufhin leicht nach, auch weil Trump Saudi-Arabien aufforderte, die Preise zu senken.
Anleger richteten ihren Fokus weiterhin auf die Entwicklungen an der Wall Street. Neben Trumps Präsidentschaft standen dort die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve sowie die aktuelle Berichtssaison im Mittelpunkt. Zuletzt sorgten positive Geschäftszahlen von <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix für Auftrieb. Fachleute der Deutschen Bank erwarteten, dass in der kommenden Woche Quartalsberichte großer Tech-Konzerne wie Apple, Microsoft, Amazon, Meta und Tesla weitere Marktimpulse setzen würden. Gleichzeitig blieben die Investoren hinsichtlich der angekündigten Zölle besorgt.
In den USA stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe leicht auf 223.000, womit sie über den Erwartungen der Volkswirte lagen. Dennoch blieb das Niveau vergleichsweise niedrig. Der Euro schwankte weiterhin um die Marke von 1,04 Dollar, nachdem er seit Ende September bereits deutliche Verluste verzeichnet hatte. Die Handelspolitik der USA blieb hierbei ein zentraler Faktor für die Entwicklung der Gemeinschaftswährung.
Innerhalb des DAX gehörten Siemens Energy, FMC und Zalando zu den größten Gewinnern. Siemens Energy erreichte mit 58,98 Euro ein neues Rekordhoch. Dagegen fanden sich Qiagen, BMW und Mercedes am unteren Ende des Index wieder. Volkswagen rechnete aufgrund schleppender Elektroauto-Verkäufe mit einer CO2-Strafe in Milliardenhöhe. Analysten sahen darin eine Herausforderung für den Konzern, verwiesen aber auf eine insgesamt optimistische Grundhaltung des Managements.
Der Sportartikelhersteller Puma präsentierte enttäuschende Geschäftszahlen, was die Aktie um bis zu 18 Prozent einbrechen ließ. Das Unternehmen kündigte ein Sparprogramm an, um die operative Umsatzrendite bis 2027 zu steigern. Dennoch stagnierte das Ergebnis trotz eines Umsatzwachstums von vier Prozent. In der Stahlbranche sorgten Übernahmegerüchte für Bewegung: Die Aktien von Salzgitter stiegen um bis zu 9,4 Prozent, nachdem Berichte über eine erhöhte Offerte eines Konsortiums um GP Günter Papenburg bekannt wurden.
Zudem planten OpenAI gemeinsam mit SoftBank Investitionen in Höhe von 38 Milliarden Dollar für das KI-Projekt "Stargate". Beide Unternehmen sollten jeweils 19 Milliarden Dollar investieren. OpenAI hielt 40 Prozent der Anteile, während SoftBank eine gleich große Beteiligung erhielt. Ziel des Projekts war der Aufbau leistungsfähiger KI-Rechenzentren in den USA. Experten sahen darin eine geopolitische Strategie Trumps, um die technologische Vorherrschaft gegenüber China und Europa weiter auszubauen.
