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DAX erreicht neues Rekordhoch nach volatilem Handel

Zinssenkung der EZB, US-Handelsstreit und Konjunkturpaket beeinflussen die Märkte

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DAX erreicht neues Rekordhoch nach volatilem Handel

Der DAX hat im Verlauf des gestrigen Handelstages erneut eine Bestmarke erreicht. Der deutsche Leitindex bewegte sich dabei zunächst volatil und verzeichnete am Morgen ein Allzeithoch von 23.440 Punkten. Anschließend fiel der Index auf ein Tagestief von 23.061 Punkten, bevor er sich am Nachmittag wieder erholte und bis auf 23.475 Punkte stieg. Zum Handelsschluss notierte der DAX bei 23.419 Punkten, was einem Anstieg von 1,47 Prozent entspricht. Auch der MDAX zeigte eine positive Entwicklung und schloss mit einem Plus von 1,77 Prozent bei 30.289 Zählern.

Die Unsicherheiten an den Märkten bleiben weiterhin hoch, insbesondere aufgrund politischer Entwicklungen. Nachdem der DAX am Dienstag einen Rückschlag hinnehmen musste, legte er am Mittwoch eine starke Erholungsrally hin. Diese wurde durch die Einigung zwischen Union und SPD auf ein umfangreiches Finanzpaket für Rüstung und Infrastruktur ausgelöst. Der Index konnte dadurch mit einem Plus von 3,4 Prozent schließen.

Die Europäische Zentralbank senkte zum sechsten Mal in Folge den Leitzins und reduzierte ihn auf 2,5 Prozent. Die Maßnahme war von den Marktteilnehmern erwartet worden und führte nicht zu einer Beruhigung der volatilen Handelsbewegungen. Experten betonten, dass die Zinsnormalisierung mit diesem Schritt weit fortgeschritten sei. Infolge der jüngsten politischen Beschlüsse in Deutschland änderte sich auch die Einschätzung zur Geld- und Fiskalpolitik. Die Absprachen zur Lockerung der Schuldenbremse könnten zu einer expansiven Fiskalpolitik führen. Dadurch wird ein Anstieg der Schuldenquote von derzeit gut 62 Prozent auf 67,6 Prozent erwartet.

Die Entwicklungen wirkten sich auch auf den Rentenmarkt aus. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen stiegen weiter und erreichten 2,87 Prozent. Der Bund-Future, das Marktbarometer für den Rentenmarkt, fiel auf etwas über 127 Prozent. Bereits am Vortag hatte die Nachricht über das geplante Infrastrukturpaket zu starken Kursbewegungen geführt. Der Renditeanstieg für zehnjährige Bundesanleihen war der stärkste seit 1990. Die Auswirkungen waren auch in anderen Ländern spürbar, unter anderem erreichten die Anleiherenditen in Japan den höchsten Stand seit zehn Jahren.

In den USA gab es Entspannungssignale in der Handelspolitik. Handelsminister Howard Lutnick kündigte an, dass die kürzlich eingeführten Strafzölle gegen Kanada und Mexiko für die meisten Importe vorerst ausgesetzt werden. Präsident Donald Trump bestätigte, dass alle Waren, die unter das USMCA-Freihandelsabkommen fallen, bis Anfang April von den Zöllen befreit bleiben. Dennoch blieben die US-Aktienmärkte unter Druck. Der Nasdaq 100 verlor zur Mittagszeit rund 1,5 Prozent, während der Dow Jones um ein halbes Prozent im Minus lag.

Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar weiter zulegen und erreichte am Nachmittag mit 1,0853 Dollar den höchsten Stand seit November 2024. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0796 Dollar fest. Zurückhaltende Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu weiteren Zinssenkungen stützten die europäische Gemeinschaftswährung. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die EZB möglicherweise eine Zinspause auf der nächsten Sitzung im April einlegen könnte.

Die Zahlen aus dem US-Arbeitsmarkt fielen robuster aus als erwartet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 21.000 auf 221.000. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 233.000 gerechnet. Die Daten stützen die Einschätzung, dass der US-Arbeitsmarkt stabil bleibt, was die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA dämpfen könnte.

Im DAX sorgte ein Sparpaket des Logistikkonzerns DHL für einen starken Kursanstieg der Aktie. Der Konzern kündigte den Abbau von 8.000 Stellen im deutschen Brief- und Paketgeschäft an, um sich gegen den schwachen Welthandel und geopolitische Unsicherheiten zu wappnen. Die Aktie legte daraufhin über 14 Prozent zu und führte die Gewinnerliste im DAX an.

Die steigenden Renditen am Rentenmarkt belasteten hingegen den Immobiliensektor. Aktien von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien verloren zwischen fünf und sieben Prozent. Die höheren Finanzierungskosten setzen die Branche weiter unter Druck. Dem Bankensektor kommen die Entwicklungen hingegen zugute. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank setzten ihren Aufwärtstrend fort.

Die Lufthansa verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang. Höhere Kosten und gesunkene Ticketpreise führten dazu, dass die Kernmarke Lufthansa Airlines rote Zahlen schrieb. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 37,6 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um 18 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro sank. Trotz der schwachen Zahlen zeigte sich das Management für das laufende Jahr optimistisch. Die Aktie legte im MDAX um gut zwölf Prozent zu und erreichte ein neues Jahreshoch.

Merck profitierte vom wachsenden Markt für Künstliche Intelligenz. Das Geschäft mit Halbleitermaterialien und Arzneimitteln entwickelte sich positiv, sodass der Konzern seinen Umsatz leicht auf 21,1 Milliarden Euro steigern konnte. Die Aktien des Unternehmens verzeichneten daraufhin Kursgewinne.

Volkswagen plant, sein neues Elektroauto ID.Every1 mit Software aus der Zusammenarbeit mit dem US-Startup Rivian auszustatten. Das Modell soll zu einem Preis von rund 20.000 Euro auf den Markt kommen. Die Markteinführung ist zunächst für Europa vorgesehen.

Thyssenkrupp kündigte den Abbau von 1.800 Stellen in der Automobilzuliefer-Sparte an. Der Konzern plant, durch Einsparungen die Kosten um mehr als 150 Millionen Euro zu senken. Die Aktie legte deutlich zu und gehörte zu den größten Gewinnern im MDAX.

Im Nebenwerteindex MDAX stehen Veränderungen bevor. Der Panzergetriebehersteller Renk, der Online-Broker FlatexDegiro und der Vermögensverwalter DWS steigen in den Index auf. Im Gegenzug verlassen Siltronic, Schott Pharma und Hypoport den MDAX und wechseln in den SDAX. Die Änderungen treten am 24. März in Kraft.

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