DAX erreicht neues Rekordhoch
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Der DAX hat gestern ein neues Allzeithoch erreicht, trotz der Rezessionssorgen in Deutschland. Der deutsche Leitindex legte 1,7 Prozent zu und erreichte zeitweise 19.253 Punkte, während er vorgestern noch bei 18.918 Punkten geschlossen hatte. Dies überrascht angesichts der schwachen Konjunkturdaten und der gesenkten Wirtschaftsprognosen, die von führenden Forschungsinstituten veröffentlicht wurden. Dennoch gibt es Gründe für diese Entwicklung: Zum einen erzielen viele DAX-Unternehmen den Großteil ihres Umsatzes im Ausland. Zudem versucht China, als wichtiger Handelspartner, seine Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Die Experten von Index Radar sehen darin eine Hoffnung auf eine mögliche Überwindung der Krise. Zum anderen könnten sinkende Zinsen, aufgrund der schwachen Konjunktur, durch die Europäische Zentralbank (EZB) für steigende Aktienkurse sorgen.
Auch an der Wall Street sind die Aktienmärkte weiterhin auf Rekordjagd. Der Dow Jones stieg um 0,6 Prozent auf 42.159 Punkte, während der S&P 500 mit 5.767 Punkten einen Höchststand erreichte. Positive Impulse kamen dabei vom US-Chipkonzern Micron, der eine gesteigerte Nachfrage nach KI-bezogener Ausrüstung meldete. Zudem verzeichnete die US-Wirtschaft im zweiten Quartal ein stärkeres Wachstum als erwartet, mit einem Bruttoinlandsprodukt-Anstieg von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel geringer aus als erwartet, während die Aufträge für langlebige Güter im August stagnierten.
Trotz dieser positiven Entwicklungen warnen Experten vor Kursrisiken. Fachleute der Helaba erwarten, dass die Marktteilnehmer in Zukunft vorsichtiger agieren. Die EZB und die US-Notenbank Fed haben für ihre kommenden Sitzungen hohe Erwartungen, die jedoch nur durch enttäuschende Konjunkturdaten oder sinkende Inflationsraten gerechtfertigt wären. Somit könnten weitere Korrekturrisiken auftreten.
Der Euro zeigte sich gegenüber dem Dollar gestärkt und notierte am Abend mit 1,1179 Dollar um 0,4 Prozent höher als am Vortag. Die Ölpreise setzten ihre Abwärtsbewegung fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Abend mit 71,42 Dollar über zwei Prozent weniger als am Vortag. Grund hierfür könnten die Marktaktivitäten Saudi-Arabiens und Libyens sein, die auf eine erhöhte Ölproduktion hindeuten.
Im DAX fiel die Aktie des Chemiekonzerns BASF. Das Unternehmen setzt sich höhere Ziele für das operative Ergebnis bis 2028, jedoch gab es Kritik von der Belegschaft und der Gewerkschaft IG BCE. Im Bankensektor treffen sich am Freitag Vertreter der Commerzbank und der UniCredit, die an einem Zusammenschluss interessiert ist. Die Biokraftstoff-Firma Verbio meldete einen Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr.
